Kritik | Making Mirrors von „Gotye“

Küstler:
Gotye
Redaktions-Wertung:
Titel:
Making Mirrors
Release:
16. Dezember 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

In Belgien geboren, in Australien lebend, weltweit im Gespräch – Gotye sorgt derzeit für internationales Raunen, und das nicht nur mit seinem außergewöhnlichen Video zu „Somebody That I Used To Know“. Nein, auch sein neues und zugleich drittes Album „Making Mirrors“ zeigt mal wieder, welcher Klangkünstler in dem 31-Jährigen steckt. Goyte selbst spricht in diesem Zusammenhang nicht von Songs, sondern von Sounds. Und damit kreiert er wirklich völlig neue Welten.

Das liegt sicher auch daran, dass er sich nicht einfach mit gewöhnlichen Instrumenten zufrieden gibt. Er nutzt schon mal eine alte, gebrauchte 100 Dollar-Lowrey Cotillion Orgel oder eine Basslinie, die er aus Zaunpfählen und Metallseilen gebastelt hat. Ebenso ungewöhnliche akustische Instrumenten, wie eine Chromaharp oder eine Mbira. Und genau diese machen den kleinen, aber feinen Unterschied. Ergeben mit ihrer Detailverliebtheit ein Album, das einem Mosaik gleicht. „Making Mirrors“ ist Popmusik, wie sie präziser nicht sein könnte, aber es ist auch so viel mehr. Das Album vereint Unmengen von Klängen und Stilen, legt sich absolut nicht fest.

Um in Ruhe daran arbeiten zu können, ist Gotye auf das fünf Hektar große Grundstück seiner Eltern auf der Halbinsel Mornington in Victoria gezogen und hat sich dort aus einer simplen Scheune einen regelrechten Klangkasten gebaut. Zweieinhalb Jahre hat er sich Zeit genommen, um an „Making Mirrors“ zu basteln und mit allerhand Instrumenten und Studioequipment zu experimentieren. Anders als beim Vorgängeralbum „Like Drawing Blood“, bei dem er fast komplett auf Samples alter Vinyl-Platten gesetzt hat, hat er auf „Making Mirrors“ als Klanggrundlage vermehrt analoge und akustische Instrumente verwendet. “Viele davon habe ich Note für Note gesampelt und sie damit in virtuelle Instrumente umgewandelt”, so Gotye. Er war auch viel in Second Hand-Shops unterwegs und hat dort die Augen nach obskuren alten Platten offen gehalten. Diese bunten Spektrum an musikalischen Farben und Sounds hat er dann in sein Album einfließen lassen.

Die erste Single „Somebody That I Used To Know“ hat er beispielsweise mit der neuseeländischen Sängerin Kimbra aufgenommen. In Australien ist der Song bereits in den Top10 und das großartige Stop-And-Motion-Video hat bei Youtube über 10 Millionen Hits. Auf „Making Mirrors“ befindet sich die Nummer in toller Gesellschaft: Ob Opener und Titelsong „Making Mirrors“, das eingängige „Easy Way Out“ oder „Eyes Wide Open“, Gotye macht aus jedem Song einen markanten Meilenstein und aus deinem dritten Album damit wieder etwas ganz Besonderes. Sicher keine Musik für jedermann, dafür aber für alle, die soundtechnisch Grenzen überschreiten wollen.

Eine Tour ist für 2012 übrigens bereits bestätigt:

21.02. Berlin – Heimathafen
24.02. Hamburg – Uebel & Gefährlich
25.02. Köln – Gloria
26.02. München – Freiheiz

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