Kritik | Loud von „Rihanna“

Küstler:
Rihanna
Redaktions-Wertung:
Titel:
Loud
Release:
12. November 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Es gibt Künstler, die stehen beharrlich zu ihrem Style und lassen sich in zehn Jahren vielleicht maximal die Haarspitzen schneiden. Und es gibt Rihanna, die ganz sicher eine Flatrate bei ihrem Friseur hat. Ob lang und gelockt, raspelkurz und blond oder aktuell feuerrot: Das barbadische Chamäleon überrascht einfach immer wieder und macht es Nachahmern schwer, bei diesem Tempo mitzuhalten. Das gilt auch bei der Musik, denn mit Ausnahme von 2008 hat Rihanna in den letzten fünf Jahren jährlich ein Album rausgebracht. Und der Erfolg gibt ihr Recht: „Music of the Sun“, „A Girl Like Me“, „Good Girl Gone Bad“ und „Rated R” haben sich weltweit über 20 Millionen Mal verkauft. Da kann man schon mal „Loud“ werden.

Elf Titel umfasst die neueste Scheibe von Rihanna. Die präsentieren sich mal dancig, mal rockig, mal fast schon klassisch angehaucht. Die erste Auskopplung „Only Girl“ war bereits ein voller Erfolg und hat sich seit der Veröffentlichung Anfang September bzw. Oktober über zwei Millionen Mal verkauft. Sowohl in Deutschland, Österreich und der Schweiz als auch im UK und den USA steht der Song, der von Crystal Johnson geschrieben wurde, in den Top 3. Es ist eine Uptempo-Nummer, die Rihanna  den 16. Top Ten-Hit im US-Raum eingebracht hat. Und es ist ein Track, der die Erwartungen an das fünfte Studioalbum hochgeschraubt hat.

Die kann Rihanna nur teilweise erfüllen. Sie zeigt sich vielseitig, aber nicht ganz so „loud“, wie man vielleicht gedacht hätte. Die Mischung aus Dance, Pop und Reggae hat Schwachstellen und hier und da wurde ein wenig zu viel mit Autotune nachbearbeitet. Zu den enttäuschendsten Songs gehören „Cheers“, bei dem man sich fragt, ob Rihanna zum Singen gezwungen wurde, „Man Down“, „Raining Men“ und „Skin“, der vielversprechend anfängt, sich aber über fünf Minuten Länge absolut gar nicht entwickelt. Das reißen Kracher wie „S&M“, bei dem die Top Ten-Platzierungen praktisch schon vorprogrammiert ist, „What’s My Name?“ feat Drake, „Fading“, „Complicated“ und „Love The Way You Lie (Part II)“ wieder raus. Besonders die zweite Version von „Love The Way You Lie“ ist hörenswert. Hier ist nicht Eminem tonangebend, sondern Rihanna, und der Rhythmus ist deutlich gemäßigter.

Waren auf „Rated R“ eher düstere Tracks wie „Russian Roulette“, „Rude Boy“ und „Te Amo“ am stärksten, so sind es auf „Loud“ ganz klar „S&M“, „Only Girl“ und „Complicated“. Die Entwicklung vom poppigen Dancehall zu Uptempo-Nummern mit Club Beat ist deutlich zu erkennen und ganz sicher dem starken Produzenten-Team, das aus Stargate, Tricky Stewart, Alex Da Kid und Polow Da Don bestand, zu verdanken. Die Sängerin selbst bezeichnet „Loud“ als „das perfekte Rihanna-Album“, findet es „frech, witzig, flirty, voller Energie“. Ich denke, sie kann es besser!

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3 Kommentare

  1. Ganz schön finde ich die Titel „What’s my name“ und „Fading“- „Man down“ hätte großes Potential aber kommt nicht richtig in Schwung.

  2. Ich finde Man down wahnsinnig gut! Endlich traut sie sich musikalisch mal was!

  3. Ich finde die Platte so Hammer höre sie den ganzen Tag

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