Kritik | Lilabungalow von „Lilabungalow“

Küstler:
Lilabungalow
Redaktions-Wertung:
Titel:
Lilabungalow
Release:
28. September 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Zugegeben, Lilabungalow ist ein etwas ungewöhnlicher Name für eine Band. Er passt aber, denn so ausgefallen wie die Bezeichnung ist auch die Musik, die Multiinstrumentalist und studierter Musiklehrer Patrick Föllmer und seine Kumpanen abliefern. Wenn man sich bei Lilabungalow einer Sache gewiss sein kann, dann, dass nur das Genie das Chaos beherrscht.

Stand Patrick damit anfangs noch allein (er musiziert seit 2004), so ist er mittlerweile in einer festen Bandbesetzung angekommen. Wobei auch „fest“ flexibel ist. Lilabungalow treten auch gern mal als Big Band auf. Sie leben musiklische Zügellosigkeit und wollen alles, nur sich nicht festlegen. Wenn man das weiß, kann man schon fast erahnen, was einen auf dem gleichnamigen Erstling „Lilabungalow“ erwartet.

Es wird experimentiert, es geht wild und ungeordent zu. Da ist nur Patrick Föllmers Stimme, die alles irgendwie zusammenhält. Diese Mixtur aus Indie, Pop und vielleicht ein wenig Jazz. Und eigentlich ist die Musik gar nicht für eine CD gemacht. Songs gehören auf die Bühne und Musik findet vor Publikum statt. So sieht das der Kopf von Lilabungalow. Live, da kann man sich austoben, tänzeln, zur Posaune greifen, die Lust an der Unterhaltung ausleben. Man kann alles tun, ohne dass das Publikum weiß, was geplant und was spontan entstanden ist.

Auf einem Album – auch wenn es nach so vielen Jahren der Erstling ist – funktioniert das eher weniger und ist doch recht gewöhnungsbedürftig. Der „Pop mit doppeltem Boden“, den Lilabungalow liefern, erfordert volle Konzentration und ist nichts zum nebenbei hören. Bei wem der Funke dennoch überspringt, der sollte sich die Kombo unbedingt live ansehen. Die kreativen Chaoten wissen, wie man unterhält. Ihre Touren sind eine Fahrgemeinschaft für Nächstenliebe und Völkerverständigung.

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