Kritik | Lifelines von „Andrea Corr“

Küstler:
Andrea Corr
Redaktions-Wertung:
Titel:
Lifelines
Release:
17. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wer regelmäßig Radio hört, der dürfte mit der Band The Corrs sofort Songs wie „Breathless“ oder „Radio“ verbinden. Die letzten Erfolge des irischen Quartetts liegen allerdings schon einige Jährchen zurück, ebenso wie das letzte Album „Home“. Die Schwestern Andrea und Sharon sind deshalb eigenen Projekten nachgegangen und haben Soloalben veröffentlicht. Andrea hat bereits 2007 die Platte „Ten Feet High“ veröffentlicht, vor wenigen Tagen folgte nun das zweite Album „Lifelines“.

Waren auf „Ten Feet High“ noch Eigenkompositionen maßgebend, so versucht sich Andrea vier Jahre später ausnahmlos an bereits bekannten Stücken aus Pop und Folk. Es sind größtenteils ruhige Stücke wie „Lifeline“ (Harry Nilsson), „From The Morning“ (im Original von Nick Drake aus dem Jahr 1972), das wunderschöne „No 9 Dream“ (von John Lennon), „Tinseltown In The Rain“ (von Blue Nile) oder „Some Things Last A Long Time“ (ursprünglich von Daniel Johnston). Zu verdanken hat Andrea das vor allem Produzent John Reynalds. „Gerade als ich darüber nachdachte, mich für eine Weile von der Musik zu distanzieren, holte mich John zu ihr zurück und ich bin sehr froh darüber. Ich besuchte ihn zu Hause und wir unterhielten uns über Gesang -und da ging es eigentlich schon wieder los“, so Andrea.

Entstanden ist das Album ohne jeglichen Druck, fernab vom Medienrummel. So hatte Andrea die Zeit, sich auf jeden der elf Titel vollkommen einzulassen, denn es handelt sich bei allen Songs ausnahmslos um Lieblingsstücke der Sängerin. Es sind keine kommerziellen Songs, aber das war auch noch nie die Intension der Familie Corr. Andrea: „Alles ist echt gespielt, man kann die Pedale hören und sich die Musiker im Raum vorstellen, wenn man die Augen schließt. Ich finde die Produktion sehr schön und wirklich bewegend“.

Ihre Fans dürften das neue Album deshalb bereits sehnsüchtig erwartet haben. Der Vorgänger „Ten Feet High“ hat einen überaus guten Eindruck hinterlassen und war auch in den Charts nicht wenig erfolgreich. Dennoch lauscht man den Adaptionen, die die Irländerin zum Besten gibt, ein wenig wehmütig. Es sind eben keine eigenen Stücke, sondern „nur“ Cover. Dennoch ist „Lifelines“ ein ansprechendes und hochwertiges Album, das wohl schlicht etwas zu früh erschienen ist. Mit all den melancholischen und nachdenklichen Balladen passt es eindeutig besser in den Herbst. Für entspannte Momente zu zweit ist es aber ebenso gut geeignet und die gibt es ja bekanntlich nicht nur in der kalten Jahreszeit!

Zum Einstimmen das Video zu „Tinseltown In The Rain“:

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