Kritik | Libra Scale von “Ne-Yo”

Küstler:
Ne-Yo
Redaktions-Wertung:
Titel:
Libra Scale
Release:
29. Oktober 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Er ist der Gentleman des R&B, zeigt sich gern mit Hut und Anzug, und hat in den letzten vier Jahren eine steile Karriere hingelegt: Ne-Yo! Das Multitalent ist 2006 erstmals ins Rampenlicht getreten und konnte mit der Single „So Sick“ direkt einen Volltreffer landen, nachdem der erste Song „Stay“ nahezu ungehört in der Versenkung verschwunden ist.  Sein Debütalbum „In My Own Words“ hat sich bis heute über 1,1 Million Mal verkauft, konnte von seinem dritten Werk „Year Of The Gentleman“ (2008) aber noch getoppt werden.

Nach zwei Jahren Pause stellt der Sänger, Songwriter und Schauspieler nun sein neuestes Album mit Titel „Libra Scale“ vor, das eigentlich der Soundtrack zu einem von ihm verfassten Film werden sollte. Den 45-minütigen Streifen wollte Ne-Yo der Scheibe beilegen, das Projekt wurde schließlich aber doch nicht umgesetzt. Das Booklet zeigt, in welche Richtung das Ganze gehen sollte, denn Ne-Yo ist ein totaler Comic- und Sci-Fi-Fan und wollte seine Story mit der passenden Musik unterlegen.

Die erste Auskopplung „Beautiful Monster“ wurde bereits im Juni veröffentlicht und ist ein erstklassiger Ohrwurm. Im UK steht sie an der Chartspitze, bei uns auf Platz 13. Ne-Yo hat aber auch eine sanfte Seite, wie er mit zahlreichen Balladen bereits unter Beweis gestellt hat. Auch auf „Libra Scale“ finden sich wieder einige ruhige Tracks wie beispielsweise „Telekinesis“, „Know Your Name“ oder „What Have I Done?“. Ansonsten bevorzugt es Ne-Yo auf seinem neuen Album etwas weniger melancholisch. Die meisten Songs sind Uptempo-Nummern und sorgen für gute Laune, stimmen textlich aber auch nachdenklich. Zwischendrin gibt es einige „harmlose“ Titel, die weniger spektakulär sind.

Überhaupt enttäuscht das Album. Auch wenn „Libra Scale“ als Konzeptalbum gehandelt wird: Nach „Beautiful Monster“ hätte man wesentlich mehr erwartet. Vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass der Amerikaner Kracher wie „Russian Roulette“ oder „Take A Bow“ für Rihanna und „Irreplaceable“ für Beyoncé geschrieben hat. All das Talent, was er hat, scheint er sich für andere Künstler aufzusparen oder in seine Schauspielkarriere zu investieren, denn auf „Libra Scale“ ist davon nicht viel zu hören. Zu den stärksten Tracks des Albums zählen „Champagne Life“, „Crazy Life“, „One In A Million“ und das bereits erwähnte „Beautiful Monster“. Ansonsten muss man ehrlich sagen, dass das Album langweilt und kaum zum Durchhören animiert. Sehr schade, denn die letzten Jahre haben ja gezeigt, dass Ne-Yo viel mehr kann und ein begnadeter Songwriter ist. Vielleicht hätte er sich doch noch ein wenig Zeit lassen und den geplanten Film umsetzen sollen.

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