Kritik | Let Me Sing von “Christian Durstewitz”

Küstler:
Christian Durstewitz
Redaktions-Wertung:
Titel:
Let Me Sing
Release:
22. Oktober 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Für einen Vollblutmusiker wie Christian Durstewitz könnte der Titel “Let Me Sing“ für sein Debütalbum kaum besser gewählt sein. Denn Christian Durstewitz, der dem deutschen Publikum durch die Casting-Show von Stefan Raab “Unser Star für Oslo“ bekannt wurde, ist alles andere als ein typischer Teilnehmer eines solchen TV-Formats. Christian Durstewitz ist ein echter Musiker ohne Starallüren. Er bestach von Anfang an durch eine Vielzahl von Songs, die er selbst geschrieben hatte und in seiner ihm eigenen Art dem Publikum präsentierte. Mit viel Witz und Ironie in den Texten sang er sich mal mit, mal ohne Gitarre schnell in die Herzen des Publikums.

Seinem 3. Platz in der Show folgten mehrere Live-Auftritte als Warm-Up für die Künstlerin Stefanie Heinzmann, bei denen er auch das dortige Live-Publikum begeisterte. Diesen Weg geht Christian Durstewitz nun geradlinig weiter mit der Veröffentlichung von “Let Me Sing“. Der Titel steht für einen Künstler, der genau nur das will: Einfach nur singen.

Das Album startet dann passenderweise auch mit dem Namensgeber des Albums, denn “Let Me Sing“ heißt der erste Titel. Das dominierende Instrument neben der Gitarre ist das Keyboard. Das von diesem Keyboard getragene Intro erinnert ein wenig an einen Klassiker der 1980er Jahre, nämlich an “In The Heat Of The Night“ von Sandra. Kurz danach folgt allerdings kein Elektro-Pop, sondern harte Drums und eine Gitarre, die den besonderen Touch in der Stimme von Christian Durstewitz tragen. Seinem oft ironischen Stil entsprechend folgt im Refrain nach den Worten „Let Me Sing“ eine Variation von “La La La“, die dem Song eine ganz besondere Note verleihen. Der zweite Titel “Stalker“ ist die erste Singleauskopplung. “Stalker“ ist eine beswingte UP-Tempo Nummer, in der Christian Durstewitz in eine Rolle ihm völlig untypische Rolle schlüpft, nämlich in einen fanatischen Fan eines Teenie-Idols. Dieser Song ist einer von jenen, die er während des Castings bereits dem Publikum präsentierte.

Als kurzes Kontrastprogramm folgt mit “Amazing Wonder“ eine gefühlvolle und gleichzeitig rockige Liebesballade mit weiblichem Backgroundgesang, bevor das Tempo in “Dying Trying“ wieder deutlich an Fahrt gewinnt. “I’m In Love“ ist dann eine Mischung aus den beiden vorherigen Songs. Der Lovesong mit Unterstützung der Backgroundsängerinnen im Stil ähnlich einem Gospelchor ist wesentlicher schneller und wilder als “Amazing Wonder“.

In “Don’t Trust Your Eyes“ und “Another Night“, einem weiteren Showtitel“ wird Christian Durstewitz dann melancholisch und fast ein bisschen schwermütig, aber dennoch wird der Zuhörer von dieser markanten Stimme gefesselt.

Es folgt wiederum ein schneller, leicht zirkusartiger Titel mit “I Am“, der eine wahnsinnige Fröhlichkeit ausstrahlt. Ähnlich, aber doch irgendwie anders ist der fast märchenartige Song “Story Of A Dead Man“, der gut zu einem Film im Stil von Regisseur Tim Burton passen würde.

“Life Engine“ ist ein sehr abwechslungsreicher Titel mit kurzem Sprechteil, einem mehrstimmigen Chor im Hintergrund und zum Ende mit einem ganz ruhigen Ausklang. Den Titel “Faith“ mit seiner starken Gitarrenprägung hat Christian Durstewitz als dritten Titel aus dem Casting ebenfalls mit aufs Album gepackt.

Im letzten Song “The World Cries!“ erzählt er dann noch die Geschichte eines kleinen Mädchens, die ihre Familie verloren hat.

Das Debütalbum von Christian Durstewitz ist abwechslungsreich und tiefgängig. Der bekennende Fan der Disney-Filme hat diese Verbundenheit in viele seiner Titel ebenso einfließen lassen wie seinen Hang zu den unterschiedlichsten musikalischen Stilrichtungen. “Let Me Sing“ ist ein hoffnungsvoller Auftakt für einen jungen Künstler, der sehr wahrscheinlich noch viele Fans in Zukunft begeistern wird.

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