Kritik | Kissing The Queen von "Ashley Hicklin"

Küstler:
Ashley Hicklin
Redaktions-Wertung:
Titel:
Kissing The Queen
Release:
22. März 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Oh nein, bitte nicht. Das war der erste Gedanke, der mir in den Kopf geschossen ist, als ich „Kissing The Queen“ von Ashley Hicklin in die Hände bekommen habe. Vor fast drei Jahren hatte ich bereits die „Ehre“, seine erste Maxi „Eskimos to Astronauts“ zu bewerten und seitdem irgendwie ein Trauma. Denn die Stimme des Engländers ist wirklich sehr hoch und gewöhnungsbedürftig.

Umso überraschter war ich, als ich die ersten Töne des zweiten Albums gehört habe. Ashley Hicklin klingt vollkommen anders, seine Stimme sanfter. Es ist, als würde man einem völlig anderen Künstler lauschen.

Mit „Eskimos to Astronauts“ haben Songs wie „Ticket To The Moon“ oder der Opener „Top Of The World“ nur noch wenig gemein.

Es scheint fast so, als wäre Ashley vor seiner eigenen Musik einen Schritt zurück getreten. Melodien und Instrumente stehen im Vordergrund, er selbst ist nur leise zu hören. Das ändert aber nichts daran, dass „Kissing The Queen“ ein wirklich schönes Pop-Album geworden ist: unaufgeregt, ohne großes Drama, dafür mit viel Gefühl und feiner Melodik.

Vielleicht kommt das daher, weil eben drei Jahre vergangen sind und der Sänger seitdem gereift ist. Er war auf Straßentournee und ist – nur mit einem Rucksack und Instrumenten bepackt – durch Deutschland gereist. Hier hat er nur von

dem gelebt, was Freunde, Fans und eben Passanten in der Fußgängerzone bereit zu geben waren. Annehmlichkeiten gab es nicht. Anschließend ging es für ihn nach Stockholm, wo er gemeinsam mit dem Produzenten Peter Kvint an seinem zweiten Album gearbeitet hat.

Erste Single-Auskopplung ist „City Lights“ geworden, der letzte Titel auf der Tracklist. Er handelt vom alltäglichen Wahnsinn, in dieser schnellen Welt seinen Weg zu finden. Aber auch vom Träumen. Instrumental sparsam arrangiert entwickelt die Nummer eine beachtliche Intensität und ist der perfekte Ausklang eines wirklich interessanten Albums. Ashleys Stimme ist zwar möglicherweise immer noch leicht gewöhnungsbedürftig, aber es scheint, als hätte er den perfekten Sound für sich gefunden. Wer sanften Pop mag, sollte in „Kissing The Queen“ unbedingt mal reinhören!

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