Kritik | Juwel von „Frida Gold“

Küstler:
Frida Gold
Redaktions-Wertung:
Titel:
Juwel
Release:
15. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Deutsche Musik ist immer eine Sache für sich. Wenige Bands haben es geschafft, in der hiesigen Chartlandschaft ihre Spuren zu hinterlassen und erfolgreich zu sein. Frida Gold wollen den Schritt dennoch wagen, zumal sie schon seit „Zeig mir wie du tanzt“ in aller Ohren sind. Und die Chancen stehen gut: Die Band aus dem Ruhrgebiet hat etwas, was vielen anderen deutschen Acts fehlt – einen unverkennbaren Stil! Die Stimme von Frontfrau Alina Süggeler ist so eingängig, dass man sie sofort mit Frida Gold verbindet und einfach nur noch genießen will.

Das kann man während der Laufzeit des Debüt-Albums „Juwel“ komplett tun, denn die Scheibe ist derart raffiniert und perfekt, dass einem die Spucke wegbleibt. Alle 12 Titel reihen sich aneinander wie Perlenglieder und glänzen mit einem ganz eigenen Sound. Es ist Pop, es ist Dance, es ist Spaß am Tanzen. Selten war deutschsprachige Musik so schön und unterhaltsam.

Wer fürchtet, dass „Zeig mir wie du tanzt“ eine Eintagsfliege ist, kann sich entspannt zurücklehnen. Dem ist nicht so. Denn bereits der Opener „Morgen“ zeigt, dass Frida Gold Lust am Experimentieren haben. Und dass sie ein Händchen für packende Refrains haben. Es scheint, als wäre der Albumtitel „Juwel“ perfekt gewählt, wobei natürlich nicht unerwähnt bleiben darf, dass Alina und Bassist/Produzent Andreas alle Songs selbst schreiben. Da erblasst doch selbst eine gestandene Popsängerin wie Britney Spears.

Frida Gold sind ganz klar einer der spannendsten Newcomer. Und das, obwohl die vierköpfige Band schon seit etlicher Zeit musikalisch tätig ist und sich im Vorprogramm großer Namen wie Kylie Minogue oder Bosse verdingt hat. Mittlerweile sind die Vier auf eigener Tour und regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Hört man den Namen Frida Gold, fragt man nun nicht mehr „Hä?“, sondern summt fast automatisch die Melodie zu „Wovon sollen wir träumen“. Wer Fan der Nummer ist, sollte sich übrigens mal den Michael Mind Electro Club Mix zu Gemüte führen, denn bei dem ist Suchtgefahr garantiert!

Das trifft auch auf das gesamte Album zu. „Juwel“ ist wunderbar und, bis auf wenige Ausrutscher wie „Nackt vor deiner Tür“, eine mehr als hörenswerte Scheibe. Verzichten könnte man zwar auf die teilweise Vermischung von Deutsch und Englisch, aber irgendwie erscheinen Frida Gold so charmant, dass man darüber lächelnd hinweghört.

Anspieltipps: „Morgen“, „Wovon sollen wir träumen“, „Unsere Liebe ist aus Gold“, „Aufgewacht“

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