Kritik | June von „Julia Marcell“

Küstler:
Julia Marcell
Redaktions-Wertung:
Titel:
June
Release:
30. September 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Ein Klanggebäude mal ganz anders

Es hört sich irgendwie anders an, irgendwie sehr interessant: Das zweite Album „June“ von Julia Marcell. Wer sie noch nicht kennt, weiß nicht was ihn erwartet. Doch es ist anders als es aussieht. Pinkes Cover mit einem sommersprossigen Mädchen, das wild den Mund aufreißt. Doch eins ist „June“ auf keinen Fall: Popmusik und eins ist es auf jeden Fall: vielseitig! Ein Bisschen wie eine Mischung aus Lena Meyer-Landrut, einer guten Portion Punk und viel viel Rhythmus.

Julia Marcells eigentlicher Name ist Julia Górniewicz und geboren wurde sie in Polen. Sie hat eine hohe elfenhafte Stimme die zusammen mit elektronischen Klängen („Crows“ z.B.) die Musik ein wenig überirdisch wirken lässt. Der Einfluss der neuen Heimat Berlin ist zu spüren. Interessante Klangerlebnisse mischen sich auf der Platte mit noch interessanteren Songnamen und schönen sphärischen Melodien. Märchenartig beginnt das Lied „shores“ und die Instrumentenvielfalt lässt jeden Song zu einem kleinen einzigartigen Kunstwerkt werden. Theater, Show und Unterhaltung produziert die junge Sängerin auf ihrem Album „June“. Man weiß nie was einen als nächstes erwartet und das ist spannend. Verschiedene Sprachen machen das ganze noch vielseitiger und „shhh“ hat das Zeug zum neuen House-Mix in den Clubs.

Ihre Songs schreibt Julia selbst und davon hat sie mittlerweile hunderte, um die 200 Stück noch aus Teenagerzeiten. Den typischen Weg des Musikbusiness hat sie nicht eingeschlagen. Die Internetplattform SellaBand trug dazu bei, dass sich die Zuhörer selbst von Julias Musik überzeugen sollten. Zuerst verhalf Moses Schneider, der auch Alben für die Beatsteaks und Turbotronic produzierte, zum Debutalbum „It might like you“, welches 2008 in die Läden kam. Sie erregten international Aufmerksamkeit und Julia trat bei großen Shows unter anderem in Texas auf. Die Songs auf ihrem Album „wollen keine Geschichte erzählen. Sie bewegen sich im Raum, hypnotisch und rhythmisch und erzeugen eine bestimmte Atmosphäre“. Das ist gelungen. „Ich bin mir darüber klar geworden, dass ich ein Klanggebäude erschaffen kann, in welchem jede Note ihren verdienten und notwendigen Platz findet“, so die junge Künstlerin. Und dieses Klanggebäude kann man eigentlich gar nicht richtig beschreiben, man muss es einfach gehört haben. Überaus interessant und gelungen!

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