Kritik | Jools Holland & Friends von „Jools Holland“

Küstler:
Jools Holland
Redaktions-Wertung:
Titel:
Jools Holland & Friends
Release:
16. September 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Im Zeitalter von Facebook und Co. gibt es virtuelle Freundschaften im Überfluss. Ebenso aber auch Oberflächlichkeit. Einer, der noch weiß, was richtige Freunde sind und was Beziehungen wirklich bedeuten, ist Jools Holland. Der Pianist und Leader eines Rhythm & Blues Orchestras ist seit fast 30 Jahren Bestandteil des britischen Fernsehens und kennt aus seiner Show „Later…with Jools Holland“ so ziemlich jeden Künstler und jedes Genre.

Das beweist er auch erneut mit seinem neuesten Album „Jools Holland & Friends“, auf dem er sich zu einem großen Teil auf Künstler aus dem deutschen Sprachraum konzentriert hat. Neben Ina Müller, Valerie, Roger Cicero und Herbert Grönemeyer sind aus der „Friends“-Serie von Jools Holland aber auch internationale Stars wie Melanie C, Bono, Eric Clapton und Sting zu hören und machen die CD zu einer bunten Reise durch die unterschiedlichsten Sparten. Sanfter Blues, mitreißender Rock’n’Roll, tiefsinniger Soul, beschwingter Pop. Bei Jools ist alles möglich und wirkt nahezu selbstverständlich. „Musik ist dann gut, wenn sie mich aufrichtet, wenn ich niedergeschlagen bin oder wenn sie mich zum Tanzen animiert, wenn ich eigentlich nur herumliegen will. Musik ist gut, wenn sie nach Wiederholung ruft, aber auch, wenn sie den Hörer rätselnd zurücklässt“, so der 53-Jährige.

Mit seiner neuen CD schafft er irgendwie alles. Man will tanzen, relaxen, nachdenken und die Musik schlicht genießen. Die Vielfalt ist derart ansteckend, dass man am liebsten auch sofort mit dem Briten ins Studio würde. Dort standen schließlich schon Größen wie Nick Cave, The Fine Young Cannibals oder George Harrison und haben dazu beigetragen, dass auch scheinbar simpel klingende Töne unheimlich verspielt und intensiv sein können. Auf“Jools Holland & Friends“ sind es vor allem Songs wie „I Put A Spell On You“ with Mica Paris und David Gilmour, „Ba-Ba Boo-Boo (Into Your Heart“ with The Baseballs, “Just To Be Home With You” with Herbert Grönemeyer (ja, er singt Englisch!) und “Miniatur Wunderland” with Axel and Torsten Zwingenberger, die unter die Haut gehen. Nicht zu vergessen: „The Informer“, bei dem die britische Soulsängerin Ruby Turner zu hören ist, die Jools bereits seit langer Zeit musikalisch begleitet.

Die Reise, auf die Jools Holland seine Zuhörer mitnimmt, führt durch die höchsten Etagen der Interpretationskunst und birgt interessante Begegnungen verschiedenster Genres. Für Jools waren die Aufnahmen mit George Harrison aber am Prägendsten. Davon kann man sich beim Opener „Horse To The Water“ selbst überzeugen.

Übrigens: Vom 15. bis 17. September wird Jools Holland mit Teilen seiner Tourband The Rhythm & Blues Orchestra das Album auch live im FZW Dortmund (15. Sep), im E-Werk in Köln (16. Sep) und im Berliner Huxley’s (17. Sep) vorstellen und eine nicht minder mit Überraschungen gefüllte Show auf die Bühnen bringen. Unterstützt wird er dabei von den Sängerinnen Ruby Turner, Louise Marshall und Rosie Mae, sowie seinen langjährigen Bandmitgliedern Gilson Lavis (dr) und Dave Swift (bass). Als Gastsänger wird auch Marc Almond dabei sein und einige seiner mit Soft Cell entstandenen Hits zum Besten geben.

Als besondere Überraschung wird Herbert Grönemeyer bei diesen drei Konzertabenden ein paar Songs mit Jools Holland live performen.

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