Kritik | James Blake von „James Blake“

Küstler:
James Blake
Redaktions-Wertung:
Titel:
James Blake
Release:
4. Februar 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Minimalistisch. Mit diesem Wort lässt sich die Musik von James Blake wohl am ehesten charakterisieren. Der junge Londoner mischt Electro mit Avantgarde, Minimal mit Morphing, und lässt ab und zu auch mal durchhören, dass er eigentlich eine tolle Stimme hat. Seine Coverversion der Feist-Single „Limit To Your Love“ kursiert bereits seit einiger Zeit im Netz und wurde fast zwei Millionen Mal angeklickt. Dabei kann der ausgebildete Pianist deutlich mehr als nur adaptieren, wie er auf seinem Debüt-Album „James Blake“ beweist.

Dieses besteht aus elf Titeln, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Blake entwirft Soundwelten, die sich mit nichts so recht vergleichen lassen und die eigentlich auch nur als Gesamtheit gesehen und verstanden werden können. Er mischt Genres, die sich auf den ersten Blick eigentlich nicht miteinander kombinieren lassen, zeigt sich mal zerbrechlich und verzerrt, dann wieder basslastig und elektronisch. Kurz: Hier ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Im Vergleich zu seinen bisherigen EPs singt James Blake aber auch und versucht sich nicht nur als virtuoser Sound-Architekt. Das gibt dem Ganzen einen völlig neuen Touch, macht ihn aber nicht unbedingt „kommerzieller“. James Blake macht ganz sicher keine Musik, die man zwischen Tür und Angel hört. Nichts, was mal eben im Hintergrund plänkelt, während man sich die Fußnägel schneidet. Es ist ein experimenteller Klang, auf den man sich einlassen MUSS, um ihn zu verstehen. Und zu fühlen.

Denn wer bislang dachte, dass Electro und Minimal nur mit ordentlich vielen bpm funktionieren, wird überrascht sein. James Blake lässt es langsam angehen. Minimalistisch eben. Und er erinnert damit an Radiohead, Moby und all die anderen Künstler, die ihren genialen Fantasien freien, musikalischen Lauf lassen. James selbst ist es egal, wie die Leute seinen Sound nennen. Für die einen ist es Dubstep, für die anderen vielleicht Folk. Er betrachtet das alles als gigantisches Kaleidoskop, in dem jeder etwas anderes sieht bzw. hört. Durch die elektronische Musik, die er in den letzten Jahren geschrieben hat, und auch durch den Wandel seiner selbst, hat er begonnen, seinen eigenen Stil zu begreifen. Er ist nicht mehr einfach nur Pianist. Er ist verliebt in die Musik und bereit jeden Weg zu gehen, den sie ihm bietet.

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