Kritik | In diesem Moment von „Roger Cicero“

Küstler:
Roger Cicero
Redaktions-Wertung:
Titel:
In diesem Moment
Release:
28. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Mit dem Erfolg verhält es sich manchmal schon merkwürdig. Oft bleibt er völlig aus, in seltenen Fällen bricht er, wie bei Roger Cicero, aber auch total überraschend über einen herein. Darauf kann man sich nicht vorbereiten, damit muss man einfach umzugehen wissen. Roger Cicero konnte das recht gut, allerdings nur eine zeitlang. Dann musste er einfach raus, Gelegenheiten nutzen und Chancen wahrnehmen. Wie beispielsweise erste Schritte im Bereich Film und Moderation zu machen oder ein gemeinsames Konzert mit Jools Holland in die Tat umzusetzen. Nun ist er wieder da und setzt alles auf null. Und er lebt „In diesem Moment“.

Es ist sein viertes Album, zweieinhalb Jahre nach „Artgerecht“, mit dem er bereits versucht hat, sich Stück für Stück aus dem engen Swing-Korsett zu befreien, das er sich mit „Männersachen“ selbst aufgezwängt hat. Er hatte nichts, woran er sich orientieren konnte und wusste deshalb selbst nicht genau, welche Route er mit „In diesem Moment“ einschlagen würde. Dabei ist es ganz einfach „sein Weg“, den er geht. Selbstbewusster und erfüllter denn je. Aber auch kritisch und hinterfragend.

Von der klassischen Big Band hat er sich dabei mehr oder weniger gelöst. Die Arrangements haben eine größere Spannbreite eingenommen, die Grooves sind stilsicher und geben ihm mehr Raum. Schon die Titel der einzelnen Songs zeigen, dass Roger diesem Album sehr viel Persönlichkeit gewidmet hat. „Alles kommt zurück“ oder „Keine halben Sachen“ sind Stücke, in denen er mit Klischees spielt, Vorsätze phrasiert. „Ob nun zuckende Sixpacks in der Werbung für Bauchweg-Gürtel, das leidige Thema Castingshows oder irgendwelche Wochenend-Seminare, die eine grundlegende Lebensänderung in 48 Stunden versprechen – wer glaubt im Ernst daran? Man muss es selber angehen, es gibt nichts, das eigene Erfahrungen ersetzt“, so Roger.

Deshalb ist dieses vierte und andere Album für ihn so wichtig. Er löst sich ein Stück weit von seiner musikalischen Vergangenheit und öffnet sich für Neues. Seinen Fans dürfte das genauso gut gefallen, wie ihm selbst!

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