Kritik | In A World Like This von „Backstreet Boys“

Küstler:
Backstreet Boys
Redaktions-Wertung:
Titel:
In A World Like This
Release:
02. August 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Knapp16 Jahre ist es her, dass Kinder- und Jugendzimmer über und über mit Starschnitten aus der Bravo, Postern, bedruckten Kissen und ausgeschnittenen Zeitungsartikeln über die Backstreet Boys voll waren. Ich muss es wissen, denn mein Zimmer was eines davon.

Ich habe zwar nie zur Kategorie „Kreisch-Fan“ gezählt, aber auch ich habe alles über die fünf Jungs aus Florida gesammelt, jeden noch so kurzen Bericht im TV auf Videokassette (jawoll!) aufgenommen. Ich habe ihre CDs hoch und runter gehört, Musikvideos zu Songs wie „Quit Playin‘ Games (With My Heart)“ oder „Everybody (Backstreet’s Back)“ regelrecht aufgesogen. Bis eben rund um das Jahr 2000 erste Trennungsgerüchte aufkamen und es irgendwann immer ruhiger um Nick und Co. wurde. Und irgendwann war die Teeniezeit dann auch vorbei. Man war gereift, dem Jugendzimmer erwachsen.

Und dennoch horcht man auf, wenn man hört, dass die „Helden der Pubertät“ sich mit einem Album zurückmelden. Wieder komplett, als Quintett. Vergessen sind Drogen- und Alkoholeskapaden, all das scheint weit zurück zu liegen. Man möchte glauben, dass es den Herren nur um die Musik geht. Ganz sicher spielt Geld aber eine nicht unentscheidende Rolle. Dabei haben die Backstreet Boys weltweit mehr als 130 Millionen Alben verkauft und sind bislang die erfolgreichste Boyband der Geschichte.

Und die veröffentlicht am 2. August nun ihr inzwischen achtes Album „In A World Like This“. Damit feiern sie nicht nur das 20-jährige Bestehen der Band, sondern eben auch ihre erste Unternehmung in Originalbesetzung seit „Never Gone“ aus dem Jahr 2005: Nick Carter, Howie Dorough, Brian Littrell, AJ McLean und Kevin Richardson sind wieder vereint. Und sie haben das Musizieren nicht verlernt. Ganz im Gegenteil: Frei von Verpflichtungen gegenüber einer Plattenfirma und zum ersten Mal wirklich unabhängig, konnte sich die „Menband“ komplett auf ihre eigenen Interessen konzentrieren. Irgendwie kann man dieses befreite Gefühl fast spüren.

Denn „In A World Like This“ steckt voll seichtem und melodischem Pop, der schnell ins Ohr geht und mitgeträllert werden kann. Zu Songs wie dem Titelsong und Opener „In A World Like This“, „Permanent Stain“, „Madeleine“ oder „Try“ findet man besonders schnell Zugang. Überhaupt überrascht der erste Teil der Tracklist. Die Nummern wirken gut überlegt, stimmig und abwechslungsreich. Nur zum Ende hin kommt dann etwas viel Einheitsbrei und auf den ein oder anderen Titel hätte man verzichten können. In der Gesamtheit ist der Longplayer aber eine nette Scheibe für den Sommer. Und ein schönes Wiederhören mit B-Rock und wie sie alle hießen.

„Wir versuchen nicht irgendwas zu sein, das wir nicht sind. Aber wir haben jetzt die Freiheit zu tun, was immer wir wollen. Dieses Album ist Backstreet Boys pur“, so Brian. Nick fügt hinzu: „Wir wollen immer das vorherige Album übertreffen und wir waren entschlossen, ein Album zu machen, auf dem jeder Song das Potenzial zur Single hat.“ Das ist zwar nicht zu 100 Prozent gelungen, aber verstecken müssen sich die Amerikaner auf gar keinen Fall. Wer sie und ihre Musik früher mochte, der wird von „In A World Like This“ keinesfalls enttäuscht sein.

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