Kritik | Immer wenn ich das hier hör von „Kris“

Küstler:
Kris
Redaktions-Wertung:
Titel:
Immer wenn ich das hier hör
Release:
01. Juni 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Mit Revolverheld hat er bereits alles erreicht, was möglich ist: Charterfolge, ausverkaufte Touren und viele Preise. Doch Kris ist das nicht genug. Er ist kein typischer Musiker. Er ist jemand, der sich Ziele setzt und diese bestmöglich in Angriff nimmt. Seinen Jugendtraum, Tennisprofi zu werden, hat er deshalb eifrig verfolgt. Er wurde Hamburger Meister, deutscher Vize-Meister.

Sein zweiter großer Traum aber war es, Musiker zu sein. Als ihn eine Sportverletzung dazu zwang, seine Profikarriere im Tennissport zu beenden, war es wohl Schicksal. Er kehrte in seine Schulband zurück und damit kam der musikalische Stein ins Rollen. Revolverheld wurde schlließlich 2004 gegründet und die Jahre danach waren erfolgreich: Alle drei Alben gingen Top Ten, es gab Goldawards und ohne Ende ausverkaufte Konzerte. Nach „Spinner“ im letzten Jahr ist jetzt „Halt dich an mir fest“ vom aktuellen Album als ‚Bester Radiosong’ für einen Echo nominiert. Ein Comet als ‚Bester Liveact’ und eine 1Live Krone stehen schon länger im Regal. Die Pause, die die Band sich für 2012 selbst verordnet hat, kommt also nicht von ungefähr. Alle fünf brauchten mal Zeit für sich.

Kris nutzt die besonders intensiv, denn er schreibt diszipliniert an Songs. Jeden Tag im eigenen Studio. „Mach alles neu, mach alles selbst“ singt er bei „Diese Tage“. Er mag Worte, die Bilder malen und Geschichten erzählen. Er schreibt den Soundtrack für das Kino im Kopf. Musik, die das Licht ausmacht, die Chips holt und auf Play drückt. Er tobt sich aus, überschreitet Grenzen und ist vor Auftritten wieder nervös. Es ist ein bisschen, als würde er noch mal neu anfangen, sich selbst herausfordern. In 12 Tracks stellt er sich einem mächtigen Gegner: sich selbst. Und in seinen Texten offenbart er, dass er völlig normal ist. Dass auch seine Beziehung nicht immer perfekt läuft, sondern Höhen und Tiefen hat (wie beim Titelsong „Immer wenn ich das hier hör“), es aber auch Tage gibt, an denen einfach alles läuft („Diese Tage“ feat. Dante Thomas).

So entpuppt sich „Immer wenn ich das hier hör“ als wirklich gut durchdachtes und auch gut gemachtes Album, das mit Vielfältigkeit besticht und zum Nachdenken anregt. Poppige Melodien treffen auf eingängige Refrains und auch jede Menge Rhythmen. Eigentlich muss Kris also gar nicht nervös sein. Sein Album ist ziemlich hörenswert geworden!

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