Kritik | Illuminations von „Josh Groban“

Küstler:
Josh Groban
Redaktions-Wertung:
Titel:
Illuminations
Release:
19. November 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Josh Groban, zweifellos einer der ganz großen Solokünstler, die die USA seit Beginn des 3. Jahrtausends hervor gebracht hat, präsentiert mit seinem neuesten Studio-Album „Illuminations“ wohl eines seiner emphatischsten Werke. So mitreißend wie der Künstler sich live auf der Bühne gibt, so charmant und unwiderstehlich klingt er auch zu Hause „aus der Konserve“.

Mit einer eigentümlichen Verbindung von Folk und Klassik wirken die Songs auf dem neuen Album einerseits sehr frisch und äußerst präsent, gleichzeitig aber auch zeitlos und ein Stück weit geradezu intim. Bereits seine erste Vorab-Singleauskopplung „Hidden Away“ ließ den Zuhörer spüren, mit welcher Kreativität und enormen Energiegeladenheit das Album entstanden ist. Dass hier leidenschaftliche Vollblutmusiker und nicht nur gute Arrangeure am Werk waren, hört man schon nach wenigen Takten. Aufgenommen wie eine Liveaufnahme und erst später mit den warmen Orchestral Arrangements vervollständigt, fühlt sich der Zuhörer als säße er inmitten einer einmalig miteinander harmonierenden Band, die sich auf musikalischer Ebene und auch in der Sprache der Musik verstehen.

Anstelle pompöser Arrangements und aufwändiger Grooves, wurde kompromisslos eine Einfachheit zelebriert von die Magie eines ehrlichen Sounds ausgeht. Dass die Musik direkt aus dem Herzen des Co-Writers Josh Groban kommt, machen die 11 der insgesamt 13 Tracks, an denen er am Schreiben beteiligt war und bei denen er offensichtlich seinen Gefühlen freien Lauf lies, unmissverständlich deutlich.
Die Lyrics gehen unverkennbar auf Josh Groban zurück und machen einen nicht unerheblichen Teil des Gesamtwerkes aus, wobei diese, kombiniert mit dem aufs aller Nötigste reduzierten Akustiksound der Band eine großartige und gleichsam eigenwillige Mischung ergibt. Erstaunlich sind die ergänzenden Coverversionen von Nick Cave und Kate McGarrigle/Rufus Wainwright, die zwar nicht notwendig gewesen wären, aber durchaus hörenswert sind.

Mit dem fünften Album „Illuminations“ dürfte die Erfolgsgeschichte des US-Musikers wohl weiter gehen, die Latte für ein weiteres Album hat er sich damit selbst jedoch sehr hoch gelegt.

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3 Kommentare

  1. Eine sehr schöne Review, vielen Dank dafür! Auch viele seiner deutschen Fans, sind von diesem tollen Album begeistert.

    Leider lese ich auch hier (wie in einigen anderen Reviews diverser Websites), dass der französische Song „Au Jardin Des Sans-Pourquoi“ ein Cover ist. Josh Groban schrieb die Musik und fragte danach Rufus Wrainwright, ob er nicht einen Text dazu schreiben möchte. Dieser tat das dann zusammen mit seiner Mutter Kate McGarrigle. Kate verstarb kurz darauf und so ist dieses Lied auf der CD auch ein Tribut an sie. So hat es Josh in einem Interview erzählt, und auch in dem der CD beiliegenden Booklet kann man nachlesen, wer für Musik und Text verantwortlich ist.

    Das aber nur am Rande, in erster Linie wollte ich meinen Dank für die hier geschriebene Review abgeben. 🙂
    Viele Grüße!

  2. Tschuldigung, ich will nicht spammen, aber jetzt hab ich in meinem ersten Kommentar auch noch Rufus Wainwright falsch geschrieben; wie peinlich. Ich weiß nicht, ob es erlaubt ist in Kommentaren Links einzufügen, aber hier ist das Interview in dem Josh über das Lied spricht:

    http://www.momlogic.com/2010/10/exclusive_josh_groban_intervie.php

    Camillo, ich hab dein tolles Review gleich mal via Twitter weiterverbreitet. Wird die deutschen Fans sicher begeistern.

  3. Danke für den Kommentar und die zusätzliche Info. So ein Feedback hört man immer gerne. Danke auch für Social Media Unterstützung via Twitter.

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