Kritik | I Thought I Was An Alien von „SoKo“

Küstler:
SoKo
Redaktions-Wertung:
Titel:
I Thought I Was An Alien
Release:
02. März 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Vier Jahre ist es her, dass SoKo mit dem kleinen Hasslied „I’ll Kill Her“ in feinster französischer Akzent-Manier einen absoluten Überraschungshit gelandet hat. Danach kam allerdings nichts mehr. Kein Album, keine weiteren Songs. Erst vor wenigen Tagen, Anfang März, hat sich die französische Sängerin und Schauspielerin zurückgemeldet. Mit „I Thought I Was An Alien“. Ein etwas verspätetes Debüt, welches das Warten allerdings wert war.

Denn der Longplayer ist bis zum Rand angefüllt mit Liebe und Leid, Emotionen, über die SoKo ganz offen und frei singt. Ein Talent, das den bisherigen Werdegang der jungen Künstlerin kennzeichnet. Denn nur mit ihrer Stimme und einer Gitarre hat alles angefangen. Und dem GarageBand-Programm auf ihrem Laptop. SoKo hat über Erdnussbutter und Katzen geschrieben, aber eben auch Stories über Sex und Eifersucht zu erzählen gehabt. Bis, ja, bis „I Thought I Was An Alien“ entstanden ist. Auch hier zeigt sich Soko schnörkellos, sagt: „Im Grunde ist alles, was ich tue, mich auf meiner Gitarre ausheulen.“

Acht Monate hat sie an ihrem Debüt gebastelt. Zusammen mit Producer Fritz Michaud (Elliott Smith). Es ist spartanisch-spröde geworden, flüsternd, leise und unaufdringlich. Man kann es ganz entspannt in einem Stück durchhören. Beim Autofahren, beim Arbeiten, aber auch einfach nur beim Relaxen. Ihren markanten französischen Akzent lässt SoKo übrigens kaum durchhören. Die sarkastische Agressivität, die sie bei „I’ll Kill Her“ an den Tag gelegt hat, ist ebenfalls verschwunden.

Vielleicht waren daran auch ihre Vorbilder aus den goldenen 60ies schuld: Roy Harper, Michael Hurley, Davey Graham, Karen Dalton, Jackson C Frank. Auf jeden Fall klingt SoKo als wäre sie im Reinen mit sich. „I Thought I Was An Alien“ ist entspannter, teils romantischer Folk-Pop, der entführt. Allerdings nicht, wie es Cover vermuten lässt, auf fremde Planeten, sondern vielmehr in eine sehr minimalistisch angehauchte Welt. Ein bisschen so, als würde man in einem Stück Watte schlummern und alles leicht gedämpft wahrnehmen.

SoKo auf Tour:

31.03.2012 Berlin – Privatclub
01.04.2012 München – Ampere
02.04.2012 Wiesbaden – Schlachthof
03.04.2012 Köln – Gebäude 9
04.04.2012 Hamburg – Molotow

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