Kritik | Home von „Marie And The Redcat“

Küstler:
Marie And The Redcat
Redaktions-Wertung:
Titel:
Home
Release:
14. September 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Manchmal im Leben führt der Instinkt die Menschen zum richtigen Ort. In meinem Fall geschah dies im April 2012, als ich bei der langen Nacht der Museen in Mannheim von einem Auftritt der Band marie & the redcat in der Kunsthalle Mannheim gelesen habe. Neugierig geworden durch die Beschreibung im Flyer ging ich also zum Konzertbeginn dorthin und erlebte einen außergewöhnlichen Sound, der ebenso individuell ist wie das Bühnenbild mit den alten Teppichen und der Schirmlampe vorne an der Bühne. Die Band besteht aus vier extrem talentierten Musikern und der Sängerin Lisa Marie Neumann, die jeden Zuhörer mit ihrer fantastischen Stimme fesselt. Dabei schreiben sie alle ihre Songs selbst und diese Authentizität ist in jedem Titel spürbar.

Der Musikstil von marie & the redcat ist vor allem eins: mal laut und mal leise, aber stets wahnsinnig emotional. Die musikalische Mischung ist authentischer Akustik-Pop gewürzt mit Indie und Jazz. Zunächst ist es aber Musik, die ins Herz geht, wenn man es schafft, sich innerlich zu öffnen. Dieses Gefühl durfte ich im Juli beim Jazz & Joy in Worms ein zweites Mal mit größter Begeisterung live erleben.

Das Debütalbum “Home“ besticht durch mehrere großartige Titel. Nach dem kürzeren Introtitel “The Cloud“ folgt mit “The One“ ein mitreißender Song, der bei den Live-Konzerten das Publikum sofort zum Tanzen bringt. Das Album nimmt weiter Fahrt auf mit “Volcano“ und der Zuhörer gelangt zu der grandiosen Ballade “What We Want“. Diese Gefühlsexplosion steigert sich über “Doorkeeper“ hoch bis hin zu meinem persönlichen Lieblingssong “If You Ever“. Der anfangs fast gehauchte Song wird immer intensiver und trifft den Hörer irgendwann mitten ins Herz.

Nach dieser emotionalen Intensität wird es zur Abkühlung erst zuckersüß bei “Home“ und dann wieder flotter im Tempo bei “Beautiful Day“. Mit fast schon rockigem Stil besticht “More Days“, bevor “Bang Bang“ den Hörer in eine schockierende Welt aus Schmerz und Gewalt führt. Der Titel soll dabei aber eher aufrütteln als abschrecken. Dem etwas unspektakulären Song “You And Me“ folgt mit “Katrinas Song“ ein weiteres Highlight von marie & the redcat. Es ist wieder ein eher ruhiger Titel, der aber durch die Stimme von Marie an Emotionalität kaum zu toppen ist. Zum Abschluss verabschiedet sich marie & the redcat nach “The Flight Of The Robin“ mit “Where’s The End“. Dabei wünscht sich der Hörer doch gar kein Ende, sondern noch viel, viel mehr.

Diese großartige Band marie & the redcat hat ein sensationelles Debütalbum voll Energie und Emotion produziert und verdient jede Unterstützung, die sie bekommen hat und hoffentlich in Zukunft bekommen wird. Solche Nachwuchsbands zeigen, welch ungeahntes Potential in Deutschland schlummert und dass sich derartige Qualität hoffentlich auch ohne Castingshows durchsetzen wird. Denn Songs wie “If You Ever“ haben es verdient, dass sie in den Charts landen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Meine Unterstützung haben sie und ich werde sie auch live immer wieder genießen. Diesen Rat gebe ich jedem, der die Chance dazu hat, denn es lohnt sich!!!

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