Kritik | Hands All Over von “Maroon 5″

Küstler:
Maroon 5
Redaktions-Wertung:
Titel:
Hands All Over
Release:
17. September 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Halbnackte Cover mit lüsternen Frauen sind Gewässer, in denen meist nur Rapper fischen. Maroon 5 beweisen mit ihrem neuesten Album „Hands All Over“, dass es auch anders geht und haben direkt eine Lady mit vier Armen am Haken. Das wurde auch Zeit, denn seit dem letzten Album sind bereits drei Jahre vergangen und die Erwartungen sind hoch. „Songs About Jane“ verkaufte sich über acht Millionen Mal, „It Won’t Be Soon Before Long“ immerhin über 2,5 Millionen Mal.

Die erste Single-Auskopplung „ Misery“ wurde bereits im Juni vorgestellt und hat es in Deutschland, Österreich, dem UK und den USA in die Top 30 geschafft. Sie ist gleichzeitig auch der Opener des Albums und legt ordentlich los. Leider können die fünf Jungs dieses Tempo nicht halten, denn „Give A Little Moore“ sorgt dafür, dass man einige Gänge zurückschalten muss. Der Song passt ganz einfach nicht zu Maroon 5. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er es in den USA nach über einem Monat bislang nur auf Platz 86 geschafft hat. „Stutter“ ist da schon wieder eine Steigerung und bleibt im Ohr hängen. Ebenso „Don’t Know Nothing“. Nach „Misery“ einer der stärksten Songs auf „Hands All Over“.

„Never Gonna Leave This Bed“ hat dann wieder leichte Startschwierigkeiten und bleibt flach. Auch bei „I Can’t Lie“ fehlt die Abwechslung. Die Nummer ist eine der ruhigsten auf dem Album, was sie aber nicht automatisch zu einem Hit macht. Mit „Hands All Over“ erfüllen Maroon 5 dann endlich die Erwartungen, die man an das Album gestellt hat. Der Song ist rockig und passt einfach. Warum es davon nicht mehr auf der Scheibe gibt, verwundert schon ein wenig. Ich hätte es mir zumindest gewünscht.

Im Anschluss wird es nämlich wieder durchschnittlich: „How“ ist zwar eine schöne Ballade, man vermisst aber den Esprit von „Misery“ oder „Stutter“. „Get Back in My Life“ kann da ebenfalls nicht mithalten, ist aber dennoch hörenswert. Mit „Just A Feeling“ präsentieren die Jungs dann eine waschechte Ballade. In der Vergangenheit ist das Rezept bei Songs wie „She Will Be Loved“ aufgegangen, hier funktioniert es nicht ganz so gut. „Runaway“ kommt dann wieder etwas rockiger daher und gefällt mir nach „Misery“ und „Don’t Know Nothing“ eigentlich am besten. Anspieltipp!

Einem echten Tiefpunkt gleicht „Out Of Goodbyes“ feat. Lady Antebellum. Die Nummer ist als Ballade geplant, kommt aber einfach nicht auf den Punkt. Langweilig, belanglos, überflüssig. Die Akustik-Version von Queens „Crazy Little Thing Called Love“ reißt das Album dann zum Schluss noch mal raus, auch wenn sie im ersten Moment vielleicht etwas schockt. Die Stimme von Freddy Mercury ist einmalig und das wissen auch die Jungs von Maroon 5. Sie machen sich den Song im 50s Style aber zu eigen und präsentieren einen tollen Abschluss.

So richtig überzeugen können Maroon 5 mit diesem Album dennoch nicht. Ich hatte mehr erwartet und muss ehrlich gestehen, dass ich ein wenig enttäuscht bin. Vor allem nach dem fulminanten Auftakt mit „Misery“.

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2 Kommentare

  1. Erst jetzt bin ich über das Album „Hands All Over“ gestolpert. Mir hat seinerzeit die Platte „Songs about Jane“ wirklich sehr gut gefallen, also habe ich zugeschlagen. Damals hat Maroon 5 ein wirklich schönes, gooviges, teils funkiges Album vorgelegt. Sehr stimmig und es hat gerockt.
    Bzgl. „Hands All Over“ möchte ich – wenn auch etwas aus dem Kontext gerissen – einen Satz aus Eurem Artikel zitieren: „Langweilig, belanglos, überflüssig.“. Leider. Ich hatte mir mehr erhofft. Aber die Jungs haben ja noch Zeit weitere Alben zu veröffentlichen 😉
    Grüße
    Tanja

  2. Ich liebe die CD u.höre sie rauf u.runter!alles geschmacksache eben!

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