Kritik | Hallo Welt von „Max Herre“

Küstler:
Max Herre
Redaktions-Wertung:
Titel:
Hallo Welt
Release:
24. August 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Hallo Welt“! Das ist nicht nur ein Lebenszeichen, das ist der Titel von Max Herres drittem Soloalbum. Und für das wurde es höchste Zeit nach drei Jahren Funkstille („Ein geschenkter Tag“ ist 2009 erschienen).

Immerhin hat Max die Abstinenz genutzt, um musikalisches Neuland zu betreten. Er besinnt sich auf seine Wurzeln und kehrt mit „Hallo Welt“ teilweise in die Vergangenheit zurück. Das Album lebt von einer gewissen Aufbruchstimmung, dem Wunsch nach Vernetzung und kreativer Freiheit. Um diese Gefühle ausdrücken zu können, hat er sich einen eigenen Sender aufgebaut. Mit seiner ganz eigenen Vision von Rapmusik, seinem ganz eigenes Programm, frei von Genregrenzen und inhaltlicher Formatierung. Und ja, er rappt wieder!

„Hallo Welt!“ steckt trotzdem voller Gesang, Musik und Poesie. Schon die aktuelle Auskopplung „Wolke 7“, die gemeinsam mit Philipp Poisel entstanden ist, macht das deutlich. Ein sanfter Ohrwurm, der derzeit wortwörtlich durch die Charts schwebt. Doch der Longplayer bietet auch andere Seiten. Schließlich ist viel passiert im Leben von Max Herre. Und, so viel sei gesagt, in den besseren Zeiten des Lebens lassen sich mindestens ebenso gute Texte schreiben und überwundene Krisen beflügeln immer noch die besten Songs.

Neben Rap zählen auch Soul, Folk und Reggae deshalb immer noch zum Fundament von Mr. Herre. Was seine Musik seit vielen Jahren auszeichnet, ist eine gewisse Dynamik.  Eine Attitüde, die die Freundeskreis-Tradition mit den überschwänglichen Momenten seines ersten Soloalbums „Max Herre“ und der zurückgenommenen Melancholie von „Ein Geschenkter Tag“ versöhnt. Mit „Hallo Welt“ erfolgt nun ein erneuter Aufbruch, bekannte Muster werden neu geordnet, Zitate und Querverweise miteinander verwoben. Und auch gecovert wird, wie beispielsweise bei „Nicht vorbei (Bis es vorbei ist)“, wo sich bei Lenny Kravitz‘ „It Ain’t Over Till It’s Over“ bedient wurde.

Für Abwechslung auf dem Album sorgen aber auch die vielen musikalischen Gäste: Aloe Blacc, Marteria, Patrice, Sophie Hunger, Tua, Megaloh, Cro, Clueso und Samy Deluxe. Mit ihnen fand ein gemeinsamer und freundschaftlicher Ideenaustausch statt. Kein unpersönlicher Datentransfer. So ist eine absolut hörenswerte Collage aus harten, pointierten Rap-Texten, chronistischer Beobachtung und persönlicher Bestandsaufnahme entstanden. Etwas ruhiger als gewohnt, dafür aber umso vielseitiger.

„HALLO WELT!“ TOUR

14.10. München, Muffathalle
16.10. Bremen, Modernes
17.10. Köln, E-Werk
20.10. Ulm, Roxy
21.10. Offenbach, Capitol
22.10. Hamburg, Große Freiheit
24.10. Münster, Skaters Palace
25.10. Dresden, Reithalle
28.10. Nürnberg, Hirsch
29.10. Stuttgart, Theaterhaus

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