Kritik | Grace von „Mandy Capristo“

Küstler:
Mandy Capristo
Redaktions-Wertung:
Titel:
Grace
Release:
27. April 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Lange, lange mussten ihre Fans darauf warten, nun ist es endlich da: das erste Soloalbum von Mandy Capristo. Die Ex-Monrose-Sängerin hat sich dafür bewusst viel Zeit gelassen, war ihr Terminkalender doch ohnehin bis zum Bersten voll. Fotoshootings für die FHM, Otto oder die Kosmetikmarke BeYu, Kooperationen mit Künstlern wie Peter Maffay, mit dem sie ab Oktober diesen Jahres im Rahmen des Musicals „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“ deutschlandweit unterwegs sein wird, und natürlich auch die Vorbereitung auf die Tanzsendung „Let’s Dance“, die seit Mitte März bei RTL läuft. Keine Frage: Mandy ist gut im Geschäft und gefragter denn je.

Dennoch hatte man natürlich große Erwartungen an ihr musikalisches Comeback. Denn schon bei Monrose war ihre Stimme immer ein bisschen markanter, ein wenig kräftiger als die ihrer Kolleginnen. Und bei den letzten Veröffentlichungen der Band auch immer öfter zu hören. Sie ist und bleibt ihr absolutes Alleinstellungsmerkmal. Das hat Mandy auch mit einer Akustik-Version zu ihrer ersten Single-Auskopplung „The Way I Like It“ (VÖ: 13.04.) bewiesen. Es war ein erster zarter Versuch, zu testen, wie die Musik bei den Fans ankommt. Und das Feedback war ausnahmslos positiv. Beste Chancen also für „Grace“.

Zwölft Tracks umfasst der Erstling von Mandy „Grace“ Capristo. Sie hat ihr ganzes Herzblut in ihn gesteckt. „Die über einjährige Albumproduktion war für mich persönlich die größte Herausforderung, die ich bisher gemeistert habe. Es war die intensivste und emotionalste Zeit meines Lebens. Ich habe aus jeder Träne, allen schlaflosen Nächten und sämtlicher Kritik das Beste rausgeholt und als Erfahrung in meine Songs gesteckt“, so Mandy. So kommt es, dass die Tracklist bunt gemischt ist. Neben einer Vielzahl an gefühlvollen Balladen wie „Side Effects“, „Risque“ oder „Sing“ finden sich auch einige Dance-Nummern á la „Allow Me“, „Intense“ oder „Grace“ auf der Scheibe. Was allerdings fehlt, ist die grandiose Akustik-Umsetzung von „The Way I Like It“, die Mandy in einem Clip auf ihrer Facebook-Seite vorgestellt hat. Auf dem Album ist der Song leider nur als Dance-Version zu finden und geht somit etwas unter.

Auch darüber hinaus fehlen auf „Grace“ etwas die markanten Ohrwürmer. Zu vielen Titeln findet man erst beim dritten oder vierten Hören Zugang. Man hätte sich mehr Titel vom Format eines „The Way I Like It“ gewünscht, denn hier zeigt Mandy wirklich, welch stimmliches Volumen in ihr schlummert. Allgemein ist „Grace“ ein sehr, sehr reifes Album geworden, das nur wenig nach einer 22-Jährigen klingt. Es fehlt in gewisser Weise die Leichtigkeit, die man vielleicht erwartet hätte.

Das könnte allerdings auch daran liegen, dass Mandy auf „Grace“ sehr ernsthafte Themen anspricht und sich, im Gegensatz zu einer Madonna oder anderen Sängerinnen, nicht mit Klischees befasst. Sie lässt ihre Fans tief in ihre Seele blicken und macht klar, dass vieles nur Schall und Rauch ist und auch sie als „Star“ ihre Probleme hat, einsam ist, verletzt wurde. Somit ist ihr Debüt eine sehr persönliche Arbeit geworden. Und ein sehr interessanter Auftakt für ihre Solokarriere, die gerade erst so richtig begonnen hat.

Damit ihr euch davon überzeugen könnte, gibt es hier die bereits angesprochene Akustik-Version von „The Way I Like It“:

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