Kritik | Gespaltene Persönlichkeiten von „XAVAS“

Küstler:
XAVAS
Redaktions-Wertung:
Titel:
Gespaltene Persönlichkeiten
Release:
21. September 2012
LeserInnen-Wertung:

Soul und Rap. Eine Mischung, die nicht unbedingt neu, in diesem Fall aber durchaus ungewöhnlich ist: Soulkönig Xavier Naidoo und der „King of Rap“ Kool Savas haben sich als XAVAS zusammengetan. Zwar nicht zum ersten Mal, diesmal aber direkt in einem etwas größeren Format und unter einem klaren Namen. Das Album „Gespaltene Persönlichkeiten“ ist seit dem 21. September zu haben und eine Kollaboration, die auch die Zuhörer „spalten“ dürfte.

Xavier und Kool Savas kennen sich seit Jahren. Sie lieben beide die deutsche Sprache und schätzen die Arbeit des anderen. Klar, dass aus diesem Respekt irgendwann etwas Großes werden musste. Schon im Januar 2011 haben sie unter dem Titel „Wir beaten mehr“ ein Großaufgebot an namhaften Künstlern in die O2 World in Hamburg und Berlin gelockt. Kurz darauf hatten sie dann auch die Idee zu einem gemeinsamen Album. Und dieses enthält Tracks, welche man weder von Savas noch Xavier erwartet hätte. Dazu haben sich beide auf Neuland gewagt und nehmen kein Blatt vor den Mund. Dass dieser Schritt lohnenswert war, zeigt die Resonanz auf die erste Auskopplung „Schau nicht mehr zurück“, die bereits seit geraumer Zeit im TV und im Radio läuft. Mit ihr werden XAVAS auch am 28.09. beim Bundesvision Song Contest für Baden-Württemberg auf ProSieben antreten.

Doch auch Songs wie der Titeltrack „X.A.V.A.S.“, „Lied vom Leben“ oder „Form von Liebe“ gehen ins Ohr. Sie repräsentieren zudem die thematische Vielfalt auf der Scheibe. Miteinander, Liebe, aber auch das eigene Ich und politische Verantwortung werden angesprochen. Direkt, druckvoll und kritisch zünden XAVAS ein Feuerwerk von Beats, Hooks und Reimketten in First Class Manier. Und sie zeigen, dass Gegensätze sich anziehen.

Wobei: so unterschiedlich sind die beiden Herren eigentlich gar nicht. Altersmäßig trennen sie gerade mal vier Jahre, der Stellenwert der deutschen Sprache ist beiden wichtig und ihr Privatleben ist schlicht und ergreifend privat. Als Geschäftsmänner agieren sie unabhängig mit eigenen Labels, engagieren sich für einen stringenten Künstleraufbau und ihr soziales Engagement hat die Kinder im Fokus. „Gespaltene Persönlichkeiten“ ist zwar kein perfektes, bahnbrechendes Album, aber eine spannende Zusammenarbeit. Das Hologramm-Cover ist übrigens auch ein Hingucker.

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