Kritik | Für den Moment von „Tiemo Hauer“

Küstler:
Tiemo Hauer
Redaktions-Wertung:
Titel:
Für den Moment
Release:
08. Juni 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Tiemo Hauer weiß derzeit gar nicht so recht, wo ihm der Kopf steht! Kaum ist seine letzte Tour vorbei, steht er auch schon wieder im Studio, um sich um den finalen Mix seines zweiten Albums zu kümmern. „Für den Moment“ erscheint nämlich schon heute  und handelt ein sehr ereignis- und erkenntnisreiches Jahr des 22-Jährigen ab. Und zwar mit insgesamt 14 Titeln.

Darin gibt sich der junge Liedermachen sanftmütig und nachdenklich, lässt Revue passieren, was in den letzten Monaten so um ihn herum geschehen ist. In immer größere Clubs war er zu sehen, hat  ausverkaufte Konzerte gegeben, 25.000 Likes auf Facebook eingeheimst und natürlich auch den ganz großen Medienrummel mit TV, Radio und Presse nicht ausgelassen. Jeder wollte eine Scheibe vom Ausnahmetalent abhaben. Nicht immer leicht für den Stuttgarter.

Doch trotz des Medien-Hypes hat er sich nicht beirren lassen. Im Gegenteil. Mit „Für diesen Moment“ beweist er, dass er auch unter Erfolgs- und Erwartungsdruck überzeugen kann. Tiemo: „Klar, jetzt kommt die Stunde der Wahrheit, in der sich zeigen wird, ob die Leute die Entwicklung, die meine Musik genommen hat, mögen. Ich meine, ich habe nicht aufgehört Popmusik zu machen und mach’ jetzt Metal, aber eine Veränderung ist eben hörbar und ich kann im Moment natürlich nur hoffen, dass es den Leuten weiterhin gefällt.“ Eigentlich muss er sich da keine Sorgen machen, denn so sehr unterscheidet sich „Für diesen Moment“ nicht von „Losgelassen“. Tiemo punktet mit zarter Tiefgründigkeit, unaufdringlichen Klängen. Ganz ohne Schnörkel, unmittelbar und
verständlich.

Er plädiert in seinen Liedern für mehr unbeschwerte Lebensfreude („Warum?“, „Grossartig“), denkt über Vergänglichkeit nach („Alles vergeht“, „Die Kapelle“), beleuchtet Beziehungsirrungen– und –Wirrungen („Mixtape“, „Gar nichts“) und ringt um Selbstbehauptung und mit Orientierungslosigkeit („Wer? Ich! Bin.“, „Letzter Akkord“) oder träumt ganz einfach von der Einen wie in „Nachtgedanken“.

Grundsätzlich kann man sich gut vorstellen, dass Tiemo abends beim Einschlafen Probleme hat. Bei all den Gedanken, die er sich so macht. Er selbst sagt dazu: „Ich glaub’ ich lebe davon mir einen Kopf zu machen.“

Wer sich davon überzeugen will, ein tolles Prelistening gibt es hier:

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