Kritik | Fight Or Flight von „Emily Osment“

Küstler:
Emily Osment
Redaktions-Wertung:
Titel:
Fight Or Flight
Release:
15. Oktober 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Miley Cyrus, mach Platz, du bekommst Konkurrenz aus den eigenen Reihen! Emily Osment, die seit 2006 neben Miley in der beliebten Serie „Hannah Montana“ zu sehen ist, hat nämlich die funkelnde Popwelt für sich entdeckt und nach der EP „All the Right Wrongs“ nun ihr erstes Album „Fight Or Flight“ auf den Markt gebracht. Emily stammt aus einer ziemlich erfolgreichen Familie, denn ihr Bruder, Haley Joel Osment, ist ein oscar-nominierter Schauspieler und dürfte vielen aus Filmen wie „The Sixth Sense“ und „A.I. – Künstliche Intelligenz“ bekannt sein. Somit standen der Blondine etliche Türen offen und sie bekam in jede ihren Fuß.

2009 veröffentlichte sie bereits den Song „All The Way Up“, der es in Kanada bis auf Platz 76 schaffte. Die zweite Auskopplung „You Are The Only One“ kam gar nicht erst so weit. Zeit, nachzulegen, weshalb Anfang Oktober „Fight Or Flight“ vorgestellt wurde. Darauf zeigt sich Emily von einer anderen Seite, teils sehr dancig und elektronisch. Ob das für eine 18-Jährige die beste Wahl ist? Warum nicht, bei Freundin und Konkurrentin Miley Cyrus hat es ja auch funktioniert.

So legen die ersten drei Tracks „Lovesick“, „Get Yer Yah-Yah’s Out” und “1-800 Clap Your Hands (The Water is Rising)” ordentlich los, wobei Emilys Stimme teilweise sehr verfremdet ist, bevor es mit “Marisol” ruhiger wird. Die Nummer ist schmeichelhaft arrangiert, allerdings kann Emily stimmlich auch hier nicht ganz überzeugen. Keine Frage, sie hat Talent. Aber hat sie auch Wiedererkennungswert? Mit Miley wird sie sich wohl auch in den kommenden Monaten messen lassen müssen und da kann die zierliche Amerikanerin einfach (noch) nicht mithalten.

„The Cycle“ ist dann wieder eine schnellere Nummer und auch „All The Boys Want“, „Double Talk“ und „Truth Or Dare“ fackeln nicht lang. Was hier soundtechnisch an Emilys Stimmbändern rumgewerkelt wurde, ist eigentlich schon verboten. Fast zwanghaft wird ein schneller Beat untergelegt, ein wenig Text drauf gepappt und alles zusammen in den Mixer geworfen. Nicht immer ein Mischung, die wohl bekommt. Erst „Let’s Be Friends“ ist dann wieder ein kleiner Hoffnungsschimmer, der durchaus Potenzial hat. In den deutschen Charts steht die Single aktuell immerhin auf Platz 67, auch wenn das nach über zwei Monaten Veröffentlichungszeit kein besonders außergewöhnlicher Erfolg ist.

Zum Ende des Albums wird es dann noch mal richtig ruhig. Bei „You Get Me Through“ kann man Emily endlich mal ohne großes Tamtam hören und die Nummer gefällt. Auch „Gotta Believe in Something“ ist eingängig und ein netter Abschluss. Trotzdem: Emily Osment klingt einfach zu sehr nach Miley Cyrus, alles wirkt zu forciert. Was auf „Fight Or Flight“ fehlt, ist die Natürlichkeit. Und die Reife. In ein paar Jahren könnte Emily durchaus eine ernstzunehmende Konkurrenz sein. Bis dahin kann Miley noch ein bisschen halbnackt auf der Bühne rumspringen und ihr ohnehin bereits immenses Vermögen weiter ausbauen.

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