Kritik | Femme Schmidt von „SCHMIDT“

Küstler:
Schmidt
Redaktions-Wertung:
Titel:
Femme Schmidt
Release:
18. Mai 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Düster, geheimnisvoll, verschwörerisch. SCHMIDT ist eine Künstlerin, die mit ihren zarten 22 Jahren eine unglaubliche Reife und Tiefe mitbringt und sich selbst als „fest verwurzelten Baum“ sieht. Dabei beschwört sie mit ihrem nostalgischen Retro-Sound keine vergangenen Epochen, sondern ein Lebensgefühl. „Warum nicht jeden Tag leben, als wäre er allein ein ganzes Leben wert?“ fragt sich die Sängerin. Mit großen Smokey-Eyes, Schmollmund und einer Stimme, die in leisen Rauchschwaden zu schweben scheint.

Bei „Femme Schmidt“ nimmt sie den Zuhörer sofort mit auf eine Reise. Diese führt von „Sin City“, einem Trip durch Epochen und Bewusstseinszustände, über opulent orchestrierte Balladen wie „Stay“ bis hin zu extraordinären, aber nicht minder hitverdächtigen Songs wie der ersten Single „In The Photo Booth“, die bereits Ende April veröffentlicht wurde, „Vodoo Eyes“ oder „Boom Boom“. Jeder Titel ist eine eigenständige Nummer mit viel 60s-Charme, Eleganz und sanfter Verführung.

Produziert wurde das Album von Guy Chambers. In einer eigenen Welt, wie SCHMIDT sagt. Dort sind Geschichten und verworrenen Phantasien um Verführung, Verlangen, Liebe, Schmerz und Genuss entstanden. Titel wie „Shadowman“ oder „Do The Dada“. Mit bildgewaltigen Anspielungen und Zitaten, optisch, atmosphärisch und musikalisch. Reminiszenzen an 20er Jahre- Dekadenz und Schwarz/Weiß-Ästhetik der 60er schmücken den Raum, in dem SCHMIDT sich und ihren ‘Pop Noir’ inszeniert.

SCHMIDT spielt ein Spiel. Eines, das den Zuhörer unbemerkt immer mehr in die Musik hineinzieht, hypnotisiert, entführt. Sie erinnert an Duffy, an Rumer, aber auch an große Künstlerinnen wie Marlene Dietrich. Vergleichen muss man sie deshalb noch lange nicht. Denn sie ist nicht nur eine „Femme Schmidt“, sondern vor allem eine Femme totale. Eine eigenständige Artistin, die selbst Männer wie Hugh Grant um den Finger wickelt. Mit dem Schauspieler wurde sie unlängst Hand in Hand in Berlin gesichtet. (Elisa) SCHMIDT hat aber direkt klar gestellt, dass nicht mehr als Freundschaft ist. Und selbst wenn – kaum eine beherrscht die Mischung aus Unschuld und Sünde so gut wie sie.

„Femme Schmidt“ ist deshalb eine DER großen Überraschungen 2012, wird von Warner auch als „Sound of 2012“ betitelt. Absolut zu Recht, denn die zwölf Titel des Albums sind eine Entdeckung. In England ist SCHMIDT bereits ein kleiner Star. Höchste Zeit, dass sie auch hierzulande den Erfolg bekommt, der ihr gebührt. Wir sind auf jeden Fall verliebt und der Aufforderung „Look into my voodoo eyes“ (aus „Voodoo Eyes“) verfallen. „Let’s get this ’shit‘ out there!!!!! :-)“

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