Kritik | Ewig von „Eisblume“

Küstler:
Eisblume
Redaktions-Wertung:
Titel:
Ewig
Release:
03. Februar 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Hat der Winter es also doch noch geschafft, pünktlich zur Veröffentlichung des zweiten Albums von Eisblume. Während eine Kältewelle Europa fest im eisigen Griff hat, sorgt die junge Dame mit „Ewig“ dafür, dass es zumindest drinnen schön warm wird. Erneut gelingt es der Berlinerin, eine wunderschöne, romantische und einzigartige Klangwelt zu schaffen und mit Lyrik zu untermalen, die uns nachdenklich stimmt, Hoffnung macht und uns dabei emotional genau da berührt, wo wir es brauchen und wollen: Am Herzen.

Schon die erste Auskopplung „Für immer“ war der perfekte Vorbote: Verträumt, piano-lastig und dennoch mit eindrucksvoller Intensität. Auf dem Album fungiert die Nummer zugleich als Opener und läutet die zarte Tracklist ein. Darauf kreiert Eisblume Bilder des Gegensatzes, beleuchtet die Höhen und Tiefen der menschlichen Gefühlswelt. Das Bild der inneren Zerrissenheit zieht sich durch das gesamte Album. Und doch sind es die Romantik, die Hoffnung und der Mut, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen.

Mit „Ein Liebeslied“ zeigt Eisblume die harte Realität der menschlichen Einsamkeit auf. Der Song ist ein herzzerreißendes Trennungs-Manifest. Doch bevor es zu düster wird, ist auch die Hoffnung wieder da. Beispielsweise bei „Unzerstörbar“. Auch „Wunderkind“ setzt die Kraft der Niederlage in Szene. Wer am Abgrund steht und nicht hinunter fällt, gewinnt langfristig und wächst durch diese Erfahrung. Von dem langen Weg dahin erzählt „Bis zum letzten Atemzug“.

„Ewig“ ist also eine Vermengung von Trauer, Wut und Verzweiflung, aber gleichzeitig auch ein Denkmal für Mut und Hoffnung. Selbst wenn der Winter 2012 jetzt erst richtig in Fahrt gekommen ist und noch andauern wird, kommt Eisblume mit ihrem neuesten Werk gerade recht, um uns voller Emotionen durch die düstere und kalte Jahreszeit zu begleiten.

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