Kritik | English Riviera von „Metronomy“

Küstler:
Metronomy
Redaktions-Wertung:
Titel:
English Riviera
Release:
15. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Meeresrauschen, Möwengeschrei. Damit beginnt „The English Riviera“, das neue und zugleich dritte Album von Metronomy, das absolut zum Träumen einlädt und einen vom ersten Takt an nicht mehr loslässt. Liegt das am charmanten Electro-Funk-Indie-Pop, den das Quartett zu bieten hat? Oder an den abwechslungsreichen Melodien, die sich einfach unangekündigt ins Gedächtnis schleichen? Was immer es ist, es sorgt hoffentlich dafür, dass die Briten nach ihrer dreijährigen Arbeit an „The English Riviera“ nun endlich auch den weltweiten Durchbruch schaffen.

Zu wünschen wäre es ihnen. Schließlich sind sie bereits seit mehr als zehn Jahren in der Welt der Musik unterwegs, vor allem durch die Initiative von Gründer Joseph Mount. Der bekam als kleiner Junge von seinem Vater einen Computer geschenkt und machte damit seine ersten Schritte in die Welt des digitalen und elektronischen Sounds. Geschadet hat es ihm keinesfalls, denn als kreativer Kopf sorgt er dafür, dass der Band nie die Ideen ausgehen. Das erste Album „Pip Paine (Pay The £5000 You Owe)“ erschien bereits 2006, kurz darauf „Nights Out”. “The English Riviera” betritt nun das Jahr 2011 und erweist sich dabei als deutlich tanzbarer als seine Vorgänger. Wurde anfangs noch alles am PC abgemischt, so hat sich die Band im Laufe der Zeit zu einem Live-Quartett entwickelt, das auch im Studio problemlos arbeiten kann. Mount war bisher nämlich eher ein Heim-Bastler, was er sich aber abgewöhnen musste.

Schon allein deshalb, weil die Aufnahmen zu „The English Riviera“ in einer umgebauten Garage stattgefunden haben. Im Smokehaus in Wapping. Dabei beschreibt der Albumtitel eine reine Fiktion, denn die Küste, an der Mount aufgewachsen ist, existiert zwar, ist aber lang nicht so inspirierend, wie es die CD vermuten lässt. Devon ist nicht gleich Los Angeles oder Portland. Hier war also Fantasie gefragt. Und man muss kein Genie sein, um zu merken, dass Metronomy davon mehr als genug haben! Das ist in jedem der elf Titel spürbar und man wünscht sich fast, dass dieses Album endlos weiterlaufen würde. Es scheint der perfekte Soundtrack für den kommenden Sommer zu sein und dabei ist es ganz egal, wo und wie die englische Riviera wirklich ist. Im Ohr erscheint sie fancy, mit einem Hauch 70s und so charmant, dass man glaubt, man hätte Sand im Schuh.

Zu den beeindruckendsten Titeln auf „The English Riviera“ zählen ohne Frage der Titelsong „The English Riviera“, „Everything Goes My Way“, „She Wants“ und das unglaublich geniale „Trouble“. Grundsätzlich sind aber alle elf Songs ein Must Hear, denn sie sind einfach nur fantastisch!

P.S. Am 9. Mai spielen Metronomy in Berlin im Lido, am 16. Juli beim Melt! Festival in Gräfenhainichen!

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