Kritik | Endlessly von „Duffy“

Küstler:
Duffy
Redaktions-Wertung:
Titel:
Endlessly
Release:
26. November 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Als Duffy mit ihrer Single „Mercy“ im Frühjahr 2008 erstmals internationale Aufmerksamkeit genoss, wurde sie von vielen als zweite Amy Winehouse gehandelt. Das lag nicht nur an ihrer Stimme, sondern auch ihrer Musik, die ebenso den Sound der 1960er Jahre aufgriff. Dennoch konnte sie ihr erstes Album „Rockferry“ über 1,5 Millionen Mal verkaufen und einen Grammy einheimsen, während Frau Winehouse sich vornehmlich in Entzugskliniken anstatt in Charts aufhielt.

Seit der Veröffentlichung des Debütalbums sind mittlerweile 2,5 Jahre vergangen, die Duffy u.a. für die Arbeit an ihrem neuem Album „Endlessly“ genutzt hat. Vorab hat die Waliserin die Single „Well, Well, Well“ vorgestellt und damit den Sprung in die Top 40 der österreichischen und schweizerischen Charts geschafft. Und das innerhalb weniger Tage.

Keine Frage: „Endlessly“ war das Warten wert. Die Scheibe überrascht mit einer erwachsenen und gereiften Duffy, die selbst sagt, dass sie bei ihrem ersten Album „noch ein Mädchen war“, und tanzbarem, aber auch melancholischem Soul. Die zehn Tracks passen perfekt zu den kalten und etwas düsteren Tagen und zeigen eine noch persönlichere Seite von Duffy. Besonders textlich gewährt die erst 26-Jährige tiefe Einblicke, weiß ihre Geschichten aber auch mit einem Augenzwinkern zu erzählen.

Nach dem großen Erfolg in 2008 brauchte sie ein wenig Zeit, um durchzuatmen und alles zu verarbeiten. Sie hetzte nicht sofort wieder ins Studio, sondern versuchte in erster Linie ein wenig Abstand zu gewinnen und sich ohne Druck auf ihre Musik zu konzentrieren. Was sie nicht wusste: Ihre Album „Rockferry“ und ihre außergewöhnliche Stimme waren nicht nur Millionen Hörern auf der ganzen Welt im Gedächtnis geblieben, sondern auch Albert Hammond Senior, einem der bedeutendsten Songwriter und Produzenten der 70er Jahre, aufgefallen. Und so kam es, dass die beiden gemeinsam an „Endlessly“ arbeiteten, bis nachts um 4 Songs schrieben und alle zehn Tracks innerhalb von nur drei Wochen aufnahmen. Mit Unterstützung von The Roots, die dem Album einen ganz besonderen Live-Sound verpassten.

Herausgekommen sind fantastische Songs wie „My Boy“, „Keeping My Baby“, „Breath Away“ und das beschwingte „Girl“, mit denen Duffy sich selbst treu geblieben ist, gleichzeitig aber auch eine spannende Wandlung erfahren hat. „Endlessly“ ist ein würdiger Nachfolger, der viele positiv überraschen und Duffy einmal mehr als eine der erfolgreichsten Soul-Sängerinnen unserer Zeit etablieren dürfte.

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