Kritik | Early In The Morning von „James Vincent McMorrow“

Küstler:
James Vincent McMorrow
Redaktions-Wertung:
Titel:
Early In The Morning
Release:
8. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

In der weiten, weiten und leicht überfüllten Welt der Musik blitzt ab und zu immer mal wieder ein Lichtchen auf, das für Begeisterung sorgt und auf unerklärliche Weise fasziniert. So dürfte es den meisten gehen, wenn sie zum ersten Mal James Vincent McMorrow und die Songs von seinem Debütalbum „Early Morning“ hören. Die sind nämlich melancholische und leise, fast schon gehauchte, Liebeserklärungen an den Folk und komplett selbst geschrieben bzw. aufgenommen. Kaum vorstellbar, dass dieser Mann eigentlich ein Fan von Hardcore-Rock ist!

Auf „Early Morning“ lässt sich davon nichts erahnen. Die elf Titel des Albums sind bedächtig und fast schon prädestiniert für eine Chillout-CD. Vielleicht liegt das daran, dass James sich für die Arbeit an seinem Debüt fünf Monate lang in einsames Häuschen am See zurückgezogen hat. Inspiration bot ihm hier schließlich nicht nur die Ruhe, sondern auch die Schönheit der Natur. Titel wie „If I Had A Boat“ und „From The Woods!!“ lassen es zumindest erahnen, wobei Ersteres als Opener hervorragend funktioniert und die folgenden 40 Minuten stimmungsvoll einleitet. James selbst sagt dazu: „Bereits als ich diesen Song schrieb, wusste ich, dass er das Album eröffnen wird. Die Texte handeln vor allem von der Veränderung, vom Wandel und damit von einem Thema, das bei diesem Album alles miteinander verbindet.“

Doch wer ist dieser James Vincent McMorrow eigentlich? Der schüchtern anmutende Sänger stammt aus Irland, nennt auf seiner MySpace-Seite Einflüsse wie Joan Baez, Bob Dylan oder Neil Yong und ordnet sich selbst dem Folk bzw. auch Pop zu. Er beschäftigte sich schon frühzeitig mit Persönlichkeiten wie Roald Dahl oder den amerikanischen Schriftstellern John Steinbeck und F. Scott Fitzgerald. Sie haben ihn bereits während seiner Kindheit beeindruckt und mit ihren Schriften zur Arbeit an „Early Morning“ inspiriert, da sie sich mit den dunklen Seiten des Lebens, Einsamkeit und Ernüchterung auseinandergesetzt haben. Themen, über die nur wenige sprechen, die aber Bestandteil unseres Seins sind. James Vincent McMorrow haben die Gedanken seiner „Vorbilder“ dabei geholfen, sich besonders tief mit seiner eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen, was zwar in erster Linie düster anmutet, letztlich aber doch in sanften Melodien und tiefsinnigen Lyrics gipfelt.

Und so endet das Album genau so, wie es begonnen hat. Mit den Klängen von Banjo und Klavier. Zurück bleibt ein nachdenklicher Zuhörer, der nicht nur von der außergewöhnlichen Stimme des Iren, sondern auch von seinen Texten ergriffen sein dürfte. Vorausgesetzt er lässt sich darauf ein!

Obwohl das Album in Irland bereits im Februar 2010 vorgestellt wurde, war der offizielle Release im UK und in Deutschland erst vor wenigen Wochen.  Derzeit tour James Vincent McMorrow durch Frankreich, die Niederlande und England, bevor er im Mai drei Konzerte in Deutschland spielt.

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