Kritik | doses von „Lucie Niemelä“

Küstler:
Lucie Niemelä
Redaktions-Wertung:
Titel:
doses
Release:
16. März 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Eine Tschechin, die in Finnland lebt und Lieder schreibt. Von Lucie Niemelä hat sicher noch nicht jeder etwas gehört, das könnte sich aber schnell ändern. Bereits im März hat die Singer-Songwriterin ihr Debüt „doses“ auf den Markt gebracht. Rumgesprochen hat sich aber noch nicht so wirklich. Und Lucie klingt auch nicht so, wie es man dem Cover nach vielleicht vermuten würde. Sie hat eine überraschend erwachsene und warme Stimme für ihr Alter.

Aufgewachsen ist sie in Tschechien. In einem Gebiet, in dem massiv Kohlebergbau betrieben wurde. Für Kinder keine gute Luft, um draußen zu spielen. Deshalb hat Lucie die meiste Zeit in ihrem Kinderzimmer verbracht, wo sie mit elf Jahren erste Songs geschrieben und an ihrem kleinen Klavier gespielt hat. Als sie knapp 150 Titel zusammen hatte, war ihr klar, dass die ihre Heimat verlassen musste, um erfolgreich zu sein. Da sie sich schon mit 15 in die finnische Sprache verliebt und sich erste Kenntnisse selbst beigebracht hatte, war es wenig überraschend, dass die letztlich tatsächlich in dem skandinavischen Fleckchen landete. Sie studierte sogar Finnisch an der Universität von Jyväskylä.

Gleichzeitig kam sie mit tollen finnischen Musikern in Kontakt und begann hier und da zu spielen und aufzutreten. Sie zog schließlich 2007 nach Helsinki, wo sie ihre eigene Band ins Leben rief. Sie hatte zwar ihren Abschluss an der Uni gemacht und einen Job in einem Büro sicher, aber irgendwie war das nichts für sie. Ihr Innerstes schrie: Mach Musik! Mach Musik! Mach Musik! Also besann sich Lucie wieder darauf und 2010 stellte sie fest, dass sie tatsächlich etwas zu sagen/singen hatte. Sie verschickte ein Demo (auch nach Deutschland) und ein halbes Jahr später stand sie schon im Studio.

Auf „doses“ besingt sie nicht nur ihre eigenen Erfahrungen, sondern auch Menschen, die ihr begegnet sind. Schließlich sind die zwölf Titel auch ein Resumée der vergangenen zwölf Jahre. Musik in kleinen Dosen praktisch. Die Titel sind deshalb nicht immer fröhlich, sondern teils auch düster und emotionsgeladen. Mal zart und leicht, mal gewaltig und verträumt. Sie alle hat Lucie selbst komponiert. Auch bei den einzelnen Arrangements und Background Vocals hat sie nichts dem Zufall überlassen. Gute Freunde waren beteiligt und das spürt man.

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