Kritik | Dom von „Joachim Witt“

Küstler:
Joachim Witt
Redaktions-Wertung:
Titel:
Dom
Release:
28. September 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Die Stille ist vorbei, der „Goldene Reiter“ wieder da. Joachim Witt meldet sich dieser Tage mit einem neuen Album zurück. Und mit dem Happy End einer ungeplanten Trilogie („Goldener Reiter“, „Die Flut“ und „Gloria“). Nein, Joachim Witt landet keine Schnellschüsse, bei ihm ist alles genaustens kalkuliert. Deswegen bekommen Fans des Musikers bei „Dom“ auch genau das, was sie erwarten. Ein musikalisches Statement, mit dem er sich ein weiteres Denkmal setzt.

Ein Denkmal für eine Schaffenszeit, die nicht immer einfach war. Geprägt von Höhen, aber auch Tiefen. Ängsten, Spannungen, Widerstand gegen ein faschistisches System – Joachim Witt hat früh in der Musik einen Ausweg gefunden. Und er hat Gleichgesinnte damit erreicht. Einen Nerv getroffen, mit „Goldener Reiter“ zum Beispiel. Doch das nächste Tief, der nächste Einsturz ließ nicht lange auf sich warten. Die Neue Deutsche Welle brach ihm stellenweise das Genick. Verkam zur Spaßveranstaltung, in deren Strom Joachim sich nicht halten konnte. Er landete Flops und zog sich zurück.

Doch auch privat geriet er in einen Strudel, musste eine gescheiterte Ehe hinnehmen. Etwas staute sich an ihm. Und es entlud sich 1998 in der Hymne „Die Flut“. Einem Weltschmerz-Song, der wieder genau zur richtigen Zeit kam. Und Joachim Witt aus dem „NDW-Klischee“ holte. Er versuchte sich an einer neuen Richtung, einer neuen Werkreihe. Auch hiermit eckte er wieder an, besonders bei seinem Arbeitgeber Sony. Er verlor wichtigen finanziellen Rückhalt, versuchte sich mit in Eigenregie veröffentlichten Werken wieder aus dem Morast zu ziehen. 2007 musste er dann feststellen, dass die Musikbranche nicht mehr seins ist.

Doch er kann die Füße und Finger nicht still halten. Jetzt, fünf Jahre später, erschafft er eine „Kathedrale der Popmusik, setzt seinen bekannten Dickkopf durch und hat sein „Bayreuth“-Konzept überdacht. Der Albumtitel „Dom“ wächst auf natürliche Weise, die Single „Gloria“ entsteht an nur einem einzigen Abend – in Zusammenarbeit mit Komponistin Michelle Leonard und Produzent Mirko Schaffer. Und da ist es wieder, dieses Hochgefühl. Dieses Gefühl, dass eine Welle aufkommt, die ein Meisterwerk an die Oberfläche spült. Mit eindringlichen Texten, opulenter Musik und etwas ruhigeren Tönen ist es kraftvoll geworden und ein Album, das absolut nicht enttäuscht.

Tracklisting:

01. Gloria
02. Jetzt Geh
03. Tränen
04. Blut
05. Königreich
06. Beben
07. Mut eines Kriegers
08. Licht im Ozean
09. Komm nie wieder zurück
10. Leichtsinn
11. Untergehen

Video Joachim Witt “Gloria”

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