Kritik | Der letzte seiner Art von „Laith Al-Deen“

Küstler:
Laith Al-Deen
Redaktions-Wertung:
Titel:
Der letzte seiner Art
Release:
6. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Fragt man 100 Leute, was sie mit Laith Al-Deen verbinden, so antworten sicher mindestens 60 %: „Bilder von dir“. Der Song war 2000 einfach ein riesen Hit, hat sich lange Zeit in den Charts gehalten und Laith in der Folge zum Schmusebarden Nr. 1 aufsteigen lassen. Dass der Karlsruher melancholisch ist, hat er auch in den Jahren danach bewiesen, u.a. mit den Songs „Dein Lied“, Alles an dir“ und „Keine wie du“. Letzterer zählte dabei zu den erfolgreichsten Titeln und schaffte es 2007 in den Media-Control-Charts bis auf Platz 16.

Seit 2009 ist es etwas ruhiger um Laith Al-Deen geworden. Sein letztes Album „Sessions“ enthielt, bis auf einen Song, nur Coverversionen, konnte aber nicht ganz an die Erfolge von Vorgängern wie „Für alle“ oder „Die Frage wie“ anknüpfen. 2011 soll sein Album „Der letzte deiner Art“ deshalb jetzt wieder für romantische, ruhige Momente sorgen und mit ganz viel Gefühl die Herzen der Hörer erobern. Dafür hat sich Laith sehr viel Zeit genommen. Er beweist, dass deutscher Pop alles andere als langweilig ist und vor allem auch Hingabe bedeutet. Er mag kein steter Chartstürmer sein, aber er ist jemand, der Musik lebt und liebt. Und das nicht nur in balladiger Form, sondern auch temporeich, lebendig und beschwingt.

Trotz allem klingt Laith Al-Deen auf seinem neuen Studioalbum ernster, reifer. Er selbst sagt über die Albumproduktion: „Die letzten 16 Wochen waren eine anstrengende, lehrreiche und ebenso spaßige Zeit, die ich zu einem gefühlten Drittel auf der Autobahn und in Hotelzimmern verbracht habe. Nach der doch etwas längeren Pause war der Einstieg in den “Alltag” schwieriger als gedacht, doch mit etwas Hilfe von rechts, links, unten und oben, ging es ganz gut.“

Es steht außer Frage, dass Laith vielfältige und ganz eigene Erfahrungen mit dem Thema Liebe gemacht hat. Man hört es an seiner Stimme und am Inhalt von Titeln wie „Gib dich frei“, „Wieder tun“ oder „Dreh dich nicht um“. Irgendwie scheint er mit sich selbst im Reinen zu sein. Der erste Single-Release „Sicher sein“ war deshalb eine gute Wahl, denn der Track ist ein guter Vorgeschmack auf „Der Letzte deiner Art“ und passt hervorragend in die langsam erwachende Jahreszeit.

Dennoch fehlt dem Album irgendwie das gewisse Etwas. Man vermisst große Balladen, die nicht mehr aus dem Kopf wollen. Die so ehrlich und ergreifen sind, dass eine die Gänsehaut packt. „Der Letzte deiner Art“ wirkt fast schon ein wenig zurückhalten. Dabei hat Laith diese Bescheidenheit gar nicht nötig. Mehr als eine Million verkaufte Tonträger, etliche Gold-Auszeichnungen und unzählige ausverkaufte Konzerte beweisen schließlich, dass der Musiker und Produzent alles richtig macht und seine Fans das schätzen, was er leistet – gefühlvolle deutsche Musik, die sich selbst treu bleibt!

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