Kritik | Credo von „The Human League“

Küstler:
The Human League
Redaktions-Wertung:
Titel:
Credo
Release:
11. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Die 80er sind zurück. Wer das bis jetzt noch nicht wahrhaben wollte, muss sich das spätestens seit dem 11. März eingestehen. Das war nämlich der Tag, an dem das neue Album von The Human League erschienen ist. Ja, genau: DER Band, die vor knapp 30 Jahren mit „Don’t You Want Me“ einen Mörderhit hatte und auch heute gern noch auf jeder Revival-Party gespielt wird. Das britische Trio konnte zwar auch noch weitere Erfolge feiern, ist um die Jahrtausendwende dann aber irgendwann in der Versenkung verschwunden. In der Folge erschienen zwar noch einige Alben, die verfehlten aber komplett ihre Wirkung und tauchten nur in den englischen Charts auf. 2011 wollen Philip Oakey und Co. diesen Umstand nun ändern und greifen mit „Credo“ erneut an.

Dabei fragt man sich als Erstes: Muss das wirklich sein? Die 80er sind vorbei und es gibt derzeit genügend Acts auf dem Markt, die dieses Jahrzehnt wieder aufleben lassen. Ob neu gegründet oder einfach nur neu formatiert, siehe OMD und Hurts. „Credo“ ist immerhin das bereits neunte Studio-Album von The Human League, wobei man bedenken muss, dass die anfängliche Besetzung von 1977 nur noch wenig mit dem heutigen Trio zu tun hat. Philip Oakey ist zwar seit den ersten Tagen mit dabei, Joanne Catherall und Susan Ann Sulley sind aber erst 1981 zur Band gestoßen. Zu dieser Zeit waren The Human League noch zu sechst, zumindest bis 1984. Seit 1994 sind sie nur noch ein Trio und damit scheint auch der Erfolg geschrumpft zu sein.

2011, nach zehn Jahren Funkstille und einem Wechsel zum Label ‚Wall of Sound‘, versucht sich die Band jetzt aber erneut und liefert elf Songs ab, die irgendwo zwischen „Aha“ und „Oha“ liegen. Normalerweise ist man von The Human League durchaus ansprechenden New Wave-Synthie gewohnt, was zuletzt auch auf dem Album „Secrets“ (2001) zu hören war. Deshalb lauscht man den Songs, die Oakey, Catherall und Sulley auf „Credo“ abliefern, etwas ungläubig. Langweilig und ideenlos sind dabei wohl noch die nettesten Bezeichnungen. Man merkt sofort, dass ein tanzbarer Beat und ein bisschen elektronisch angehauchter Synthie noch lange keinen Hit ausmachen. Leider lässt sich diese Feststellung auf das fast alle Songs auf „Credo“ adaptieren. Besonders die ersten Titel „Never Let Me Go“, „Night People“ und „Sky“ sind an Fadheit kaum zu übertreffen. Die Band klingt stimmlich nicht nur motivationslos, sondern irgendwie auch träge.

Man wartet die ganze Zeit darauf, dass es irgendwann *Klick* macht, aber leider tritt dieser Zustand weder textlich noch musikalisch ein. Das Album entpuppt sich elf-titelige Enttäuschung. Leider. Einzig „Egomaniac“ und „Breaking The Chains“ können sich etwas abheben und zeigen, wie „Credo“ hätte sein können. Und sollen! Zwei gute Titel reichen aber leider nicht aus, um die 80er und den damaligen Erfolg wieder aufleben zu lassen. Somit bleibt das Comeback unter den Erwartungen zurück und ist lediglich „Oakey“!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a