Kritik | Commitment von “Seal”

Küstler:
Seal
Redaktions-Wertung:
Titel:
Commitment
Release:
17. September 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Lange gab es von Seal musikalisch nichts Neues. An der Seite von Supermodel Heidi Klum hat man aber auch wirklich andere Sachen zu tun: Die Dame des Herzens gegen einen motzigen Karl Lagerfeld verteidigen oder mit ihr in albernen Kostümen Halloween und den Jahrestag feiern beispielsweise. Da ist die Kreativität ein wenig auf der Strecke geblieben. Nach zahlreichen Best of- und Cover-Alben kommt nun aber endlich das sechste Studioalbum des Briten: „Commitment“. Damit er an frühere Erfolge anknüpfen kann, hat er sich Erfolgsproduzent David Foster ins Boot geholt, der bereits für Madonna und Céline Dion in die Trickkiste gegriffen hat. Und dumm ist der Seal ja nicht: Pünktlich zu den kälteren Tagen können sich die Zuhörer und Fans an seinen herzzerreißenden Balladen wärmen. So der Plan.

So startet „Seal 6“ direkt mit „If I’m Any Closer“, Klavier, Paukenschlag und jeder Menge Streicher. Es klingt fast so, als wäre der alte Seal zurück. Die Nummer ist unaufdringlich, aber dennoch eingängig. Auch der zweite Song klingt herrlich balladig und man erwartet einen Schmachtsong. Dem ist aber nicht so, denn „Weight Of My Mistakes“ wechselt plötzlich das Tempo und entwickelt sich zu einem schnelleren Stück. Leider ohne wirklichen Höhepunkt, obwohl der Refrain ganz nett ist. „Silence“ wagt einen neuen Angriff und hat etwas mehr Glück. Doch auch hier fehlt das gewisse Etwas.

„Best Of Me“ hat dann ebenfalls einige Startschwierigkeiten und kommt auch nicht darüber hinaus. Wenn das Seals Bestes sein soll, ist es schon ein wenig enttäuschend. Über „All For Love“ lässt sich leider ebenfalls nichts Gutes schreiben. Es fehlen der Esprit und das Fesselnde. Etwas hörenswerter erweist sich „I Know What You Did“. Diese Ballade kann wirklich punkten und zählt nach „If I’m Any Closer“ zu den stärksten Nummern. Auch „The Way I Lie“ und „Secret“ gefallen. Es scheint, als wäre nach der Hälfte des Albums ein Knoten geplatzt und Seal wieder ganz in seinem Element.

Etwas lahm kommt dann dennoch „You Get Me“ daher. Die Single klingt einfach zu sehr wie jede andere Ballade auf diesem Album, da bleibt nichts Markantes im Gedächtnis, was eigentlich schade ist. Bei „Letting Go“ versucht es Seal anschließend mit einem ausgefallenen Rhythmus und Gitarre statt Piano. Und da ist es wieder, das böse Wort: Nett. Irgendwie kommt der Brite darüber bei diesem Album nicht hinaus. „Big Time“, der letzte Song auf „Commitment“ ist dann zwar deutlich kraftvoller arrangiert und Seal klingt toll, aber haben wir das nicht alles schon mal gehört? Wo bleibt die neue Seite von Seal?

Ich muss sagen, dass ich mehr erwartet hatte. Viel mehr. Das Album enthält zwar einige schöne Nummern, ist in der Gesamtheit aber eindeutig zu flach.

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