Kritik | Chuckles and Mr. Squeezy von „Dredg“

Küstler:
Dredg
Redaktions-Wertung:
Titel:
Chuckles and Mr. Squeezy
Release:
29. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Ups. Mit ihrem neuem Album scheinen sich Dredg einen ordentlichen Fehltritt geleistet zu haben, glaubt man den ersten Kritiken zu “Chuckles and Mr. Squeezy“. Das sonst so rockig und alternative-angehauchte Quartett wandelt nämlich plötzlich auf 80s-, Dark Wave- und Synthie-Pfaden und ist damit vom früheren Sound ungefähr so weit entfernt wie die Sonne von der Erde. Ein Stilwechsel muss eigentlich nichts Schlimmes sein, in Fall von Dredg scheint er aber irgendwie ein bisschen in die Hose gegangen zu sein.

Bereits seit 1993 sind die Amerikaner musikalisch aktiv, haben in dieser Zeit fünf Alben veröffentlicht und etliche Songs unters Volk gebracht. So richtig erfolgreich war keiner von ihnen, ihre letzte Scheibe „The Pariah, the Parrot, the Delusion“ stand in Deutschland aber immerhin auf Platz 15 der Musikcharts und brachte den Titel „Information“ hervor, der eigentlich für den Soundtrack des Films „Waterborne“ gedacht war. Hört man sich diesen bzw. das dazugehörige Album an und danach „Chuckles and Mr. Squeezy“ fragt man sich schon, ob man noch der gleichen Band lauscht.

Die neue CD hat aber dennoch eine Chance verdient und ist, hat man sie erst einmal komplett durchgehört, gar nicht so verkehrt. Das Problem der meisten Hörer und Dredg-Anhänger dürfte wirklich der musikalische Wechsel sein, den die Band vorgenommen hat. Das Album ist poppig, elektronisch, beatlastig und stellt besonders die Stimme von Gavin Hayes in den Vordergrund. An der Zusammenarbeit mit Produzent Daniel „The Automatic“ M. Nakamura kann es eigentlich nicht liegen, denn der war schon für Acts wie die Gorillaz und Handsome Boy Modeling School tätig und ist damit nicht unbedingt ein Verfechter des seichten Pop. Dredg wollten wohl einfach mal etwas völlig Neues probieren. Irgendwie versteht man dann auch das Grinsen, das einem auf dem Cover begegnet. Chuckles und Mr. Squeezy erinnern an Jekyll und Hyde. Zur Krönung findet sich auf der Homepage der Jungs eine Bastelanleitung, falls jemand scharf auf die Masken ist.

Aber genug schlecht geredet. Wer „Chuckles and Mr. Squeezy“ lieben will, der muss sich auf dieses Album einlassen, als wäre es das Debüt der Band. Nicht einfach, aber möglich. Songs wie „The Thought Of Losing You“ (übrigens die erste Singleauskopplung), „Upon Returning“ oder “Somebody Is Laughing” erleichtern die Umgewöhnung, dürften eingefleischte Fans aber auch nicht wirklich bekehren. Das Album ist ein nettes Stück Pop mit einem Hauch 80s und Synthie, das man sich ohne Ohrenschmerzen anhören kann und das unbeschwert ist. Einen wirklichen Eindruck hinterlässt es allerdings nicht.

Vielleicht ist das live ja anders? Momentan touren Dredg durch die USA, Anfang Juni kommen sie aber nach Deutschland. Und zwar nach Nürnberg. Hier spielen sie im Frankenstadion und am Nürburgring.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a