Kritik | Can’t Get Enough von „Eagle-Eye Cherry“

Küstler:
Eagle-Eye Cherry
Redaktions-Wertung:
Titel:
Can't Get Enough
Release:
05. Oktober 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Lange, lange ist es her, dass man etwas von Eagle-Eye Cherry gehört hat. Um genau zu sein sind fast zehn Jahre seit seinem letzten Studioalbum „Sub Rosa“ vergangen. Allerdings muss eine Dekade „Abstinenz“ nichts Schlechtes bedeuten. Das haben uns in diesem Jahr u.a. schon Bush eindrucksvoll gezeigt. Und auch Eagle-Eye Lanoo Cherry meldet sich beachtlich zurück. „Can’t Get Enough“ ist nicht nur ein Lebenszeichen. Es ist viel mehr.

Hört man die ersten Klänge des Albums wird einem bewusst, wie sehr man die Stimme des 41-jährigen Schweden eigentlich vermisst hat. Denn in den späten 90er und frühen Nuller-Jahren war er im internationalen Musikzirkus ganz vorn mit dabei, hatte mit den größten Wiedererkennungswert. „Save Tonight“, „Falling In Love Again“ oder „Are You Still Having Fun?“ sind immer noch gern gespielte Zeugen dieser Ära.

Doch es war an der Zeit, Abstand zu gewinnen, sagt der Musiker selbst. Nach einer großen Live- und Promotion-Tournee für sein letztes Album fühlte sich Eagle-Eye Cherry ausgebrannt und zog die Notbremse. Sieben Jahre sind seitdem vergangen und in denen ist viel passiert. Nicht nur die Musikindustrie hat sich verändert, auch der Sänger selbst hat eine Veränderung erfahren. Die hat nicht zuletzt mit dem plötzlichen und unerwarteten Tod seiner Mutter Moki zu tun, der ihn dazu animiert hat, sich wieder in die Arbeit zu stürzen. Wie damals, bei seinem Debüt „Desireless“, als kurz zuvor seiner Vater verstorben war. Nein, auch Nachwuchs in seiner Familie hat ihn ganz sicher inspiriert. Noch während er letzte Hand an die Fertigstellung des Albums gelegt hat, feierten er und seine Freundin die Ankunft ihres ersten Kindes Daisy – ein weiteres gute Zeichen aus dem Kreislauf von Verlust, Verwirrung und Erneuerung.

Und wie klingt Eagle-Eye Cherry nun 2012? Reifer, ganz klar. Etwas weniger verspielt, stattdessen deutlich direkter und konzentrierter. „Can’t Get Enough“ steckt voller Dynamik  und ist handwerklich einwandfreier Pop-Rock. Auf den Punkt. Müsste man eine gerade Strecke musikalisch darstellen, dann wäre die Scheibe der perfekte Soundtrack. Es geht unkompliziert zu und deshalb lässt sich die Tracklist auch ganz wunderbar durchhören. Zu verdanken ist das auch Co-Produzenten wie Klas Åhlund oder Peter Svensson.

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