Kritik | Boxer von „Johannes Oerding“

Küstler:
Johannes Oerding
Redaktions-Wertung:
Titel:
Boxer
Release:
28. Januar 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Er hat schon immer gesungen und einst von einer Wahrsagerin, wenn auch als schwarzes Schaf der Familie bezeichnet, eine große Karriere vorausgesagt bekommen. Und siehe da: Johannes Oerding ist einer, der ganz genau weiß, was er will. Wenn auch über Umwege. Denn das BWL-Studium kann man getrost als Fehltritt bezeichnen. Was wirklich zählt, ist aber, dass er letztlich (und Gott sei Dank) doch noch den Weg auf die Bühne gefunden hat. Er ist kein aalglatter Popstar-Typ und er braucht auch keine Allüren. Ihm reicht eine Gitarre. Die wurde bei den Oerdings schon auf mehrstündigen Fahrten in den Urlaub ausgepackt, damit im VW-Bully Lagerfeuer-Romantik aufkommt.

Heute besinnt sich der gebürtige Niederrheiner, der inzwischen in Hamburg lebt, immer noch gern auf seine Familie und genießt das Zusammensein, um Kraft zu tanken. Er ist ein moderner Songwriter, der immer und überall Kompositionen ersinnt – sei es beim Joggen oder in einer Bar. Und auch, wenn vielleicht noch nicht jeder seinen Namen und seine Musik kennt: Johannes Oerding hat bereits mehr als 200 Livekonzerte gegeben und war mit Künstlern wie Ich + Ich und Simply Red auf Tour. Eine ausverkaufte Solotour ihm Rahmen seines Debütalbums „Erste Wahl“ geht ebenfalls auf sein Konto. Nun steht „Boxer“ in den Startlöchern, die Scheibe wird Ende Januar veröffentlicht.

Darauf sind neun Titel zu finden, von „Tausend Menschen“ bis hin zu „Gelandet“. Johannes‘ Stimme schmiegt sich perfekt an die Musik und es schwingt eine sanfte Melancholie mit. Die meisten Tracks gefallen bereits beim ersten Hören, die Texte erinnern an die Tiefsinnigkeit von Clueso und Philipp Poisel. Und dennoch ist Johannes Oerding anders. Sein Timbre ist ungewöhnlich, sein Sound überraschend und nicht so, wie es sein Aussehen vielleicht vermuten lässt. Er wirkt rockig, hat aber eine unglaublich weiche Seite und kann hervorragend Geschichten erzählen. Zum Beispiel über das Vermissen und die Sehnsucht wie bei „Zurück“ oder über den Kampfgeist wie beim Titelsong „Boxer“.

All das macht „Boxer“ zu einem Album, das wirklich begeistert. Es ist eine leise Liebeserklärung an das Leben und an die Liebe, an der man sich nicht satthören kann. Gut, dass Johannes Oerding im März und April durch Deutschland tourt und in 17 Städten seine Live-Qualitäten unter Beweis stellt.

Anspieltipps: „Reparier‘n“, „Zurück“, „Alles was bleibt“ und „Gelandet“

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