Kritik | Behold von „Mads Langer“

Küstler:
Mads Langer
Redaktions-Wertung:
Titel:
Behold
Release:
27. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Milow hat es vorgemacht: Manchmal reicht ein simples Cover, um nach jahrelanger Arbeit endlich DIE Aufmerksamkeit zu bekommen, auf die man gewartet hat, und international durchstarten zu können. Was bei ihm „Ayo“ von 50 Cent war, war bei Mads Langer „You’re Not Alone“ von Olive. Der Däne ist eigentlich schon seit 2005 in der Musikszene aktiv, konnte aber erst 2009 mit der Neuauflage des englischen Tracks wirklich durchstarten. War er bis dato vor allem in seiner Heimat beliebt, hatte er danach Fans in unzähligen Ländern. Das dürfte auch der Grund sein, warum sein drittes Album „Behold“, das am 9. Mai erschienen ist, erst jetzt wirklich wahrgenommen wird und der smarte Skandinavier weltweit für Begeisterung sorgt.

Aufgewachsen ist Mads Langer in Skive, einem kleinen Örtchen in der Region Midtjylland. Bereits mit drei Jahren bekam er Klavierunterricht und hörte sich mit Leidenschaft durch die Plattensammlung seines Vaters. Auch während der Schulzeit ließ ihn die Musik nicht los. Er war Teil einer Coverband, die Songs von Rage Against The Machine zum Besten gab, und träumte von einem Leben in New York. Nach seinem Abschluss nahm er deshalb an einem Talentwettbewerb in seiner Stadt teil und erregte die Aufmerksamkeit eines Talentscouts. Der riet ihm zu einem Umzug in die Hauptstadt Kopenhagen, was Mads auch tat. Er begann ein Studium an der Royal Danish Academy of Music und entdeckte gleichzeitig das Songwriting und Gitarrenspiel für sich. Der Ehrgeiz zahlte sich aus: 2005 bekam Mads Langer einen Plattenvertrag bei Copenhagen Records.

Sein Debütalbum „Attention Please“ erschien, wenn auch leicht verspätet, im März 2006. Obwohl die Veröffentlichung ein mediales Großereignis war und gute Reviews geschrieben wurden, hielt sich der Erfolg in Grenzen. Daran war größtenteils die Plattenfirma schuld, denn diese hatte das Album vollkommen überhypt und somit vieles verspielt. Mads befolgte daraufhin den Rat des amerikanischen Talentsuchers Sat Bisla und wandte sich den USA zu. Aber auch dort geriet er in einen regelrechten Zirkus, weshalb er 2007 seine Taschen packte und nach Skive zurückkehrte. Mit einem Stadtplan und seiner Gitarre bewaffnet, tourte er durch Europa und gab mehr als 60 kleine Akustik-Konzerte, um von den verkauften CDs den Sprit für seinen VW Polo bezahlen zu können.

So kam es, dass er für sein zweites Album „Mads Langer“ mehr als 90 Songs parat hatte. Veröffentlicht wurde es in Dänemark im Februar 2009. Aber die Presse hatte auch hier keine besonders netten Kritiken übrig. Man warf Mads zu wenig Wandlungsfähigkeit vor. Erst Ende des Jahres, nach einem Umzug nach London, konnte Mads mit der Coverversion „You’re Not Alone“ einen Volltreffer landen, weshalb dieser Song auch auf seinem dritten und aktuellen Album „Behold“ zu finden ist. Und ganz egal, was die Presse schreibt oder wie sehr dieses junge Talent gehypt wird: Mads Langer ist schlichtweg genial! Auch wenn seine Songs alle einen melancholischen Touch haben und traurig klingen, sind es seine Stimme und seine Hingabe, welche die Faszination für den charismatischen Dänen ausmachen. Es ist einfach nur eine Schande, dass er durch falsche Publicity bislang nicht den Erfolg genießen konnte, der ihm eigentlich gebührt.

Mit „Behold“ wird deshalb hoffentlich alles anders. Auf dem Album ist ein Song schöner als der Andere. Vom Opener „I’m Leaving“ bis hin zum letzten Titel „I Love You“ gerät man ins Träumen und verfällt dem sanften Sound des 26-Jährigen. Er präsentiert elf Songs, die immer einen Hauch Pop mit sich bringen und zwischen balladigen und temporeichen Sounds schwanken. Dabei sind sie niemals aufdringlich oder fordernd, sondern halten sich charmant im Hintergrund, um von dort aus anzugreifen. „Behold“ ist in jedem Fall ein fantastisches Album für den Sommer und es macht neugierig auf das, was von Mads Langer noch kommen wird!

Anspieltipps: „I’m Leaving“, „Riding Elevators“, „Drunken Butterfly“ und „You’re Not Alone“

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