Kritik | Bangerz von "Miley Cyrus"

Küstler:
Miley Cyrus
Redaktions-Wertung:
Titel:
Bangerz
Release:
04. Oktober 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:

Was für ein Schock: Aus der zuckersüßen, unschuldigen Hannah Montana ist ein züngelndes, twerkendes Etwas geworden, das mit Vorliebe dem Nudismus fröhnt und Twitter mehr als genügend Futter gibt. Ja, beim Thema Miley Cyrus könnte man wirklich weit ausholen. Das wäre an dieser Stelle aber zu einfach und das haben in den letzten Wochen auch genügend andere getan. Deshalb wollen wir uns stattdessen lieber auf das Wesentliche konzentrieren: die Musik. Seit heute steht nämlich Mileys neuestes Album „Bangerz“ in den Läden.

Dass die PR dafür – wenn auch fragwürdig – geschickt war, steht außer Frage. Es gibt wohl niemanden, der nicht schon allein aus Neugier mal in die Scheibe reinhören wird. Wir haben es auf jeden Fall getan und uns Songs mit Titeln wie „#GETITRIGHT“, „FU“ oder „SMS (Bangerz)“ zu Gemüte geführt. Die Tracklist gleicht dabei einer Karussellfahrt. Alles dreht sich und wenn man vorher zu viel Zuckerwatte gefuttert hat, kann es durchaus passieren, dass man aussteigen muss. Besonders „4×4“ (feat. Nelly) ist ein echter Rausschmeißer.

Doch von Anfang an: Das Album beginnt mit „Adore You“ unerwartet ruhig. Fast schon besinnlich. Der Opener ist eine balladeske Nummer, mit der man sich angesichts des Imagewechsels von Miley irgendwie nur schwer anfreunden kann. Man hatte etwas ganz anderes erwartet. Somit ist der jungen Künstlerin schon mal die erste Überraschunge gelungen.

Der Song bekommt mit „My Darlin““ feat. Future und „Drive“ aber sogar weitere Gesellschaft und auch „Wrecking Ball“ ist – trotz mal wieder skandalösem Video – eher eine seichte Single. Vor allem aus dem Grund, weil Miley darin ihre Beziehung mit Liam Hemsworth verarbeitet. Nur hat das, dank ihrem halbnackten Ritt auf der Abrissbirne, irgendwie niemand so richtig mitbekommen.

Bei „FU“ feat. French Montana wird die 20-Jährige deshalb noch mal etwas deutlicher: „Oh, you broke my heart/I told you I was weak for love/but then you went around/And did what you wanted to do/And now I“m crying crying“. Und sie wird lauter. Der Song ist ein elektronischer, kraftvoller Smasher im Lady-Gaga-Stil, der trotz allem auf eher minimalistische Begleitmusik setzt und zu den stärksten Titeln auf „Bangerz“ zählt. Neben ihrer Debütsingle „We Can’t Stop“, die wohl einen der größten Hits ihrer Karriere darstellt. In Großbritannien gelang Miley damit nämlich erstmals der Sprung auf Platz eins der Singlecharts, in den USA peakte der Song auf Position zwei.

In der Gesamtheit lässt sich feststellen, dass „Bangerz“ ein recht durchwachsenes, teils trotziges Album ist. Mit vielen Pop-Balladen, in denen sich die Amerikanerin eigentlich nur ihren Herzschmerz von der Seele singt, Elektro- und Country-Einflüssen, Feature-Gästen wie Nelly, Britney Spears (wahrscheinlich steht dafür das „z“ in „Bangerz“ – laaaangweilig!) oder Big Sean, und einer Miley, die gar nicht sooo anders ist. Nach so viel Nackheit in den letzten Wochen bleibt auch irgendwie nicht mehr viel, womit der einstige Disney-Star noch schocken könnte.

Das Album ist eine solide, gereifte Arbeit und vereint einige sehr gute Nummern wie „Adore You“, „We Can“t Stop“ oder „FU“. Allerdings gibt es auch Tracks, bei denen Miley selbst vielleicht noch mal auf den „Wrecking Ball“ steigen sollte. „4x“ oder „SMS (Bangerz)“ sind schlicht Müll. #Nuffsaid.

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