Kritik | Aus lauter Liebe von „Klee“

Küstler:
Klee
Redaktions-Wertung:
Titel:
Aus lauter Liebe
Release:
26. August 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

„Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.“ Mit diesem Ausspruch von Aristoteles leiten Klee ihr neuestes und mittlerweile fünftes Album „Aus lauter Liebe“ ein. Und das besteht aus genau den kleinen und großen Gefühlen, die man erwartet, wenn man Titel wie „Willst du bei mir bleiben“ oder „Ich will nicht gehen wenn’s am schönsten ist“ liest. Das passt nicht nur perfekt zum nahenden, immer ein wenig melancholischen Herbst, sondern auch zu Klee.

Denn die Kölner haben schon in den vergangenen Jahren ihr Gespür für sanfte Töne und feinfühlige Texte bewiesen. Auf „Aus lauter Liebe“ lauert ein ganzer Schwall davon. Lebenslustig, poetisch und mit einer ungemeinen Leichtigkeit. Es scheint so mühelos, was Suzie und Co. da auf der 13 Titel starken Trackliste abliefern. Und gleichzeitig so vertraut, dass man sich mit diesem Album wie unter einer sicheren Decke fühlt.

Unter die kann man sich beruhigt kuscheln, wenn „Vergiss nicht“ von Streichern eingeläutet wird, die Romy-Schneider-Hommage „Nimm dein Leben in die Hand“ ertönt oder mit „Adieu“ der wohl traurigste Song auf dem Album aus den Boxen schallt. Dennoch ist „Aus lauter Lieber“ nicht nur schwermütig. Es hat auch heitere, optimistische Seiten, die von Herzensdingen erzählen und elektronisch-poppig angehaucht sind. Dazu zählen beispielweise das wunderbare „Schmetterlingsflügelschlag“, „Puls und Herzschlag“ und „Außer Atem“. Es sind Titel, die an „Zwei Herzen“ und „Gold“ erinnern. Und die beweisen, dass Klee problemlos über den Tellerrand hinausblicken können.

Überhaupt wünscht man sich fast, man könnte „Aus lauter Liebe“ zum Soundtrack des Lebens machen, den schnöden Alltag in den Braun-Filter verpacken, den Herr Schweiger immer für seine Filme verwendet, und dann einfach träumen. Dank Klee kann man es immerhin für eine knappe Dreiviertelstunde tun. Und wer sich dann denkt „Ich will nicht gehen wenn’s am schönsten ist“, der hört sich das Album einfach noch mal an. Und noch mal. Bis Paris und zurück.

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