Kritik | Auf großer Fahrt von „Baschi“

Küstler:
Baschi
Redaktions-Wertung:
Titel:
Auf großer Fahrt
Release:
13. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

So langsam hat man das Gefühl, dass die deutsche Musikszene aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. In den vergangenen Wochen und Monate sind so viele vielversprechende Talente mit deutschen Texten in die Charts gedrängt, dass man glatt vergessen könnte, Englisch sei eine Weltsprache. Das beweist auch Baschi mit seinem Album „Auf großer Fahrt“. Und das, obwohl der Sänger gar nicht aus Deutschland stammt, sondern aus der Schweiz!

Baschi heißt mit bürgerlichem Namen Sebastian Bürgin, ist 24 Jahre jung und hat seine Karriere mit der Teilnahme an der Castingshow „MusicStar“ begonnen. Dort belegte er 2004 zwar nur den sechsten Platz, konnte sich aber dennoch ins Gespräch bringen und einen Vertrag mit Universal abschließen. Obwohl seine erste Single „Diis Lied“ eher einen verhaltenen Start hinlegte, konnte Sebastian in der Folge einige erfolgreiche Nummern auskoppeln. Sein Debütalbum „Baschi“ erhielt sogar Platin. Das ist allerdings noch nichts im Vergleich zu seinem zweiten bzw. dritten Album: „Irgendwie Held“ und „Fürs Volk“ erreichten Gold-Status und das in einer fast schon unverschämt kurzen Zeit.

Da ist es doch leicht verwunderlich, dass man in Deutschland von dem charismatischen Schweizer bislang kaum etwas mitbekommen hat. Bis dato war eher sein Landsmann Patrick Nuo bekannt, wobei dieser musikalisch in der letzten Zeit eher wenig von sich reden gemacht hat. Baschi wäre die perfekte Neuauflage. Er singt, haucht schon fast, ins Mikrofon, liefert ansprechende Texte und rockige Popsongs, die nicht lange fackeln. Alle 13 Titel seines eigentlich schon fünften (bei uns: ersten) Albums sind in Hochdeutsch gesungen, wobei die Sprache der Musik wohl allgemein verständlich ist.

Der Opener ist zugleich auch der Titelsong und geht direkt ins Ohr. Hier stimmt einfach alles: Die Stimme, der Sound, die Lyrics. Es sieht wirklich so aus, als würde Baschi seine große Reise erst jetzt beginnen, indem er nach sechs Jahren nun endlich auch in Deutschland angreift. Wobei, so ganz stimmt das ja nicht. Til Schweiger war nämlich wieder einmal schneller und hat Baschi im vergangenen Jahr für den Soundtrack zu „Zweiohrküken“ gewonnen. „Unsterblich“ lief zwar nur im Abspann, kletterte in den deutschen Charts aber dennoch bis auf Platz 31. Ja, man kann verstehen, warum die Schweizer so auf Baschi stehen (dass er auch noch gut aussieht, muss man an dieser Stelle sicher nicht erwähnen).

Auf dem Album „Auf großer Fahrt“ finden sich so einige Songs, die gefallen. Neben „Dieses Lied“ punkten vor allem das bereits erwähnte „Unsterblich“, „Steh auf“ und „Fremdes Land“. Grundsätzlich haben wirklich alle Titel ihren eigenen Charme und wurden von Baschi selbst bzw. Philippe Merk und weiteren Songwritern geschrieben. Damit präsentiert der Schweizer ein Album, das sich ohne Probleme durchhören lässt, dem aber etwas der markante Schliff fehlt. Es ist fast schon ein wenig zu glatt. Für Fans unbeschwerter Popmusik aber sicher genau richtig!

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