Kritik | An und für sich von „Clueso“

Küstler:
Clueso
Redaktions-Wertung:
Titel:
An und für sich
Release:
25. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

In Thüringen gibt es nicht nur leckere Bratwurst und sehr viel Grün, sondern auch einen Ausnahmemusiker, der bereits seit 2005 seine Zuhörer begeistert und die deutsche Musiklandschaft um mindestens eine Facette reicher macht. Clueso hatte schon vor sechs Jahren „Kein Bock zu geh’n“ und daran hat sich bis heute nichts geändert. Nach etlichen Studio- und Livealben (zuletzt 2010 „Clueso & Stüba Philharmonie“) ist vor wenigen Tagen „An und für sich“ erschienen und Clueso-Fans dürfen sich freuen: Es ist genial und steht seinen Vorgängern in nichts nach!

Kein Wunder, denn Clueso hat lange an seinem fünften Studioalbum gearbeitet. Sogar länger als geplant, denn die angekündigte Tournee musste verschoben werden. Clueso gibt eben nicht nur 100 Prozent, sondern 110, und das sehen seine Fans ihm nach. Genau aus diesem Grund lieben sie ihn schließlich, singen laut bei Titeln wie „Chicago“, „Keinen Zentimeter“ oder „Niemand an dich denkt“ mit und stürmen seine Konzerte. Er ist der nette Typ von nebenan. Einer, dem man jederzeit etwas Zucker oder Milch borgen würde, wenn er doch nur niemals mit dem Singen aufhören würde.

Auf „An und für sich“ kommt der Erfurter diesem Wunsch zumindest 72 Minuten lang nach, erzählt 17 musikalische Kurzgeschichten und lässt das Leben nebenbei einfach weiterlaufen. „An und für sich ist wie eine Zeitreise durch meine Platten, allerdings in einem komplett neuen Gewand. An und für sich ist verspielt, rockiger, elektronischer, aber auch grooviger als meine früheren Alben“, so Clueso selbst. Und das kann man hören, denn Titel wie „Straßen sind leer“, „Herz“ oder „Nur bei dir“ schlagen tatsächlich eine völlig neue Richtung ein und diese steht Clueso gut zu Gesicht. Den größten Teil des Albums machen aber die gewohnt stillen und tiefsinnigen Songs aus, die man von dem Erfurter gewohnt ist. Dabei ist gleich der Opener „Zu schnell vorbei“ eine absolute Punktlandung und will nicht mehr aus dem Kopf. An ihn reihen sich wunderschöne Songs wie „Beinah“, „Rollen“, „Halt mich fern“ oder „Du bleibst“, an denen man sich gar nicht satthören kann. Überhaupt bilden alle 17 Tracks eine sehr stimmige Einheit und machen „An und für sich“ zu einem Album, das zum Entdecken einlädt. Und zum Verlieben.

Clueso schafft es damit, sein letztes Studioalbum „So sehr dabei“ sogar noch zu toppen, und das war schon grandios! „An und für sich“ ist der perfekte Soundtrack für den kommenden Sommer. Man kann sich treiben lassen, der Musik verfallen und einem Album lauschen, das viele verschiedene Richtungen aufweist. Einfach ganz laut aufdrehen, für ein paar Minuten die Schönheit des Lebens einatmen und alles vergessen. Danke, Clueso!

Prädikat „Besonders wertvoll“: „Zu schnell vorbei“, „Du bleibst“, „Beinah“, „Dreh dich“ und „Rollen“.

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