Kritik | Amanda Mair von „Amanda Mair“

Küstler:
Amanda Mair
Redaktions-Wertung:
Titel:
Amanda Mair
Release:
31. August 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Amanda Mair ist gerade einmal 18 und doch wird ihr schon eine derart große Zukunft im Pop-Business prophezeit, dass ihre zarten Schultern eine ziemlich große Last tragen dürften. Sie überspielt das – gekonnt oder ungekonnt – mit einer magischen, fast schon majestätischen Aura, einem Klavier und ihrer Stimme. Die erinnert übrigens an Vanessa Paradis, auch stilistisch. Amanda Mair wirkt ebenso zerbrechlich, feengleich, charismatisch. Und mal wieder: schwedisch!

Und genauso präsentiert sich auch ihr gleichnamiger Erstling, der am 31. August veröffentlicht wurde. Während andere Mädchen in ihrem Alter noch die Schulbank drücken und über Hausaufgaben hängen, erobert Amanda mal eben die internationalen Bühnen. Von der Teenagerin von nebenan zur faszinierenden Künstlerin. Für diese Verwandlung braucht sie nur wenige Sekunden.

Dennoch lässt sie sich nur ungern mit Kate Bush oder Stevie Nicks vergleichen. Sie zieht die Spice Girls vor. Außer dem Klavier beherrscht sie auch noch Gitarre und Bass, hat während der Schulzeit ab und zu in einer Band getrommelt. Und da sich ihre Vita so ungewöhnlich liest, überrascht es nicht, dass Amanda auch ihre Entdeckung einem Zufall zu verdanken hat. Eigentlich wollte sie nur für ihre Großmutter ein paar Coverversionen aufnehmen, genau diese landeten über Umwege aber beim Chef des Indie-Labels Labrador, Johan Angergård. Er signte die Teenagerin vom Fleck weg.

Also: Keine MySpace-Seite, kein eigener Channel bei YouTube, keine Teilnahme an einer Castingshow. Nicht mal Demos musste die Skandinavierin verschicken. Liest sich wie ein analoges Zaubermärchen im durchtechnisierten Digitalzeitalter des 21. Jahrhunderts, oder?

Da scheint es fast eine logische Konsequenz zu sein (sicher gibt es sogar eine Formel dafür), dass es Amandas Debüt in ihrer Heimat Schweden im Februar 2012 als höchster Neueinsteiger auf Position sechzehn der Charts schaffte. Und auch die restlichen Länder und Kontinente dürfte die Schwedin noch verzaubern. Denn die zehn Songs auf ihrem ersten Album sind einfach zu schön, um nicht gehört zu werden. Selten hat sich eine Tracklist so kurzweilig durchhören lassen, so viele Facetten gezeigt. Man darf gespannt sein, was das Schicksal noch so für Amanda bereit hält.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a