Kritik | All Things Bright And Beautiful von „Owl City“

Küstler:
Owl City
Redaktions-Wertung:
Titel:
All Things Beautiful And Bright
Release:
10. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Den Song „Fireflies“ dürfte wohl noch so ziemlich jeder im Ohr haben. Anfang 2010 war er einer DER Ohwürmer und bahnte sich innerhalb kürzester Zeit seinen Weg in die Charts. Mit dem unterhaltsamen Video konnte Multi-Talent Adam Young dann zur Punktlandung ansetzen und auch sein Album „Ocean Eyes“ gut platzieren. In Deutschland war immerhin Platz 7 drin. 2011 würde Adam diesen Erfolg nur zu gern wiederholen und hat deshalb vor wenigen Tagen sein neues Album „All Things Bright And Beautiful“ veröffentlicht.

Dieses ist wieder vom ersten bis zum letzten Titel von markanten Synthie Pop des Amerikaners geprägt und mehr als kurzweilig. Die zwölf Songs sind unbeschwert, eingängig und einfach typisch Owl City. Vielleicht liegt es daran, dass Adam in einer Kleinstadt mit 25.000 Einwohnern aufgewachsen ist, viele schlaflose Nächte hatte und eigentlich nie wirklich aus dem Keller in seinem Elternhaus hinaus gekommen ist. Der schüchterne und bescheidene 24-Jährige kann sicher immer noch nicht ganz begreifen, dass es sein Song „Fireflies“ in 24 (!) Ländern auf Platz 1 der Charts geschafft hat. Und dass er mit Maroon 5 und John Mayer auf Tour war.

Dennoch hat sich etwas verändert. Die Perspektive. Während alle Songs von „Ocean Eyes“ im heimischen Schlafzimmer entstanden sind und von Dingen und Orten gehandelt haben, die Adam selbst noch gar nicht gesehen hat, singt er auf „All Things Bright And Beautiful“ von seinen ganz eigenen Erfahrungen. Und es klingt so leicht, zumindest wenn man seinen Worten glaubt: “ Ich setze mich einfach ans Klavier und gehe in mich, und dann passiert alles wie von selbst.“

Dabei entstehen dann Nummern wie „The Real World“, in denen Adam sich gewissermaßen eine Parallelwelt erschafft, „Deer In The Headlights“, das von falschen Idealen handelt, oder „Alligator Sky“, die erste Auskopplung, bei der Rapper Shawn Crystopher mit von der Partie ist. Die Platte hat aber nicht nur sonnige und heitere Seiten, sondern durchaus auch düstere Züge, wie „Plant Life“ und „Dreams Don’t Turn To Dust“ zeigen. Wo Licht ist, ist eben immer auch Schatten. Das weiß auch Adam Young.

Deshalb wollte er, dass diese Platte noch perfekter wird und hat sich auch mit wichtigen, technischen Details auseinandergesetzt. Gemeinsam mit Jack Joseph Puig, der sich am Mischpult bestens auskennt, hat er die Produktion von „All Things Bright And Beautiful“ schließlich abgerundet. Und was soll man groß um den heißen Brei herumreden: Die Arbeit hat sich gelohnt! Der einzige Sohn eines Mechanikers und einer Lehrerin hat es vom Keller symbolisch gesehen bis ganz nach oben geschafft. 98 Millionen Plays bei MySpace soll ihm schließlich erst mal jemand nachmachen! Das Einzige, was man bei seinem neuesten Werk ein wenig vermisst, ist ein Earcatcher im Format des Hits „Fireflies“.

Owl City Live

27.09.2011 München – Theaterfabrik
30.09.2011 Berlin – Postbahnhof
01.10.2011 Köln – Gloria
02.10.2011 Hamburg – Grünspan

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a