Kritik | …Featuring von „Norah Jones“

Küstler:
Norah Jones
Redaktions-Wertung:
Titel:
…Featuring
Release:
12. November 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Die 10fache Grammy-Gewinnerin Norah Jones hat sich in den letzten Jahren nicht nur zu einer fantastischen Solo-Künstlerin entwickelt, sondern sie ist offensichtlich auch eine sehr beliebte Duett-Partnerin. Die junge Künstlerin beherrscht mehrere Instrumente und hat durch ihr Studium als Jazz-Pianistin und ihre Zeit in New York die verschiedensten Musik-Stile für sich adaptiert. Das Album “Featuring“ bietet daher ein breites Spektrum der verschiedensten Stilrichtungen. Das Album ist eine Zusammenfassung von insgesamt 18 Duetten, in denen Norah Jones mitgesungen hat. Nicht überraschend ist, dass die gebürtige Texanerin dabei mit verschiedensten Künstlern aus der Country & Western Szene gearbeitet hat. Dieser Stil prägt einen großen Teil des Albums.

Das Duett “Baby It’s Cold Outside” war eine Kooperation mit Country-Legende Willie Nelson. Der Song mit seinem markanten Gitarrensolo ist eines der Highlights des Albums. Der Song “Bull Rider“ mit Sascha Dobson stellt die Frage nach der Lebensphilosophie eines Mannes, der einen so gefährlichen Beruf hat. Jemand wie er lebt nach dem Motto “Lebe kurz, aber intensiv“. Weitere Titel aus dem Bereich Country & Western sind “Ruler Of My Heart” mit Dirty Dozen Brass Band feat. Norah Jones & Robert Randolph, “Little Lou, Ugly John, Prophet Jack“ mit Belle and Sebastian, die Live-Version “Loretta“ mit Gillian Welch & David Rawlings und “Creepin‘ In“ mit Dolly Parton, einer weiteren Country-Legende. Ebenfalls ein Highlight, aber mit modernerem Stil ist “The Best Part“ mit El Madmo. Der Titel würde gut zu einem Soundtrack von Quentin Tarantino passen.

Aber auch die Pop-Musik ist auf “Featuring“ vertreten. Der Song “Virginia Moon” mit den Foo Fighters bestimmt von der Stimme aber mehr Bandsänger Dave Grohl, während Norah bei “Turn Them“ mit Sean Bones wieder mehr im Vordergrund steht. Fast gehaucht klingt dagegen “Dear John“ mit Ryan Adams

Die ganz modernen Songs sind dann der sehr samtige Titel “Take Off Your Cool“ mit Outkast sowie die sogar vom Rap geprägten Songs “Life Is Better“ mit Q-Tip und “ Soon The New Day“ mit Talib Kweli. Ein bisschen Karibik bringt dann “More Than This“ mit Charlie Hunter. Der Titel wird geprägt von einer rhythmischen Rassel.

Die klassische Ausbildung als Jazz-Pianistin zeigt sich bei “Love Me“ mit The Little Willies. Dieser Song passt ebenso gut in eine Bar wie “Court & Spark“ mit Herbie Hancock. Herausragend ist hier das Intro mit seinem ruhigen Piano. Ebenfalls in einer Bar könnte “Here We Go Again” die Fans des klassischen Soul begeistern, denn diesen Song nahm Norah Jones 2004 noch mit dem leider inzwischen verstorbenen Ray Charles auf.

Den Abschluss bildet die Cover-Version “Blue Bayou“ mit M. Ward. Diese Live-Version stammt im Original von Roy Orbison. Den Titel mit deutschem Text hat die aus dem TV bekannte Schweizerin Paola in den 1970er Jahren bereits erfolgreich interpretiert.

Das Album “Featuring“ zeigt, welch ein breites musikalisches Spektrum Norah Jones abdeckt und wie vielseitig sie ihre Stimme einsetzen kann. Für Fans einer bestimmten Musikrichtung ist es vielleicht weniger geeignet. Wer aber einen guten Mix aus Country, Pop und Soul zu schätzen weiß, wird den Kauf dieses Albums nicht bereuen.

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