It’s Not Me, It’s You von „Lily Allen“

Küstler:
Lily Allen
Redaktions-Wertung:
Titel:
It's Not Me, It's You
Release:
6. Februar 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

lily-allen-its-not-me-its-you-cd-bewertungen-de.jpg-200x200Drei Jahre lies sich Lily Allen seit ihrem Debüt „Alright, Still“ aus 2006 Zeit, bis sie mit „It’s Not Me, It’s You“ zur Freude der Fans endlich wieder musikalisch auf sich aufmerksam machte, anstatt mit Alkoholeskapaden und Beziehungsproblemen die Seiten der Klatschblätter zu füllen. Ähnlich wie bei ihrem ersten Album schrieb die durch das Internetportal MySpace bekannt gewordene Londonerin ihre Texte selbst, ähnlich frech und mit dem selben Charme, den man einfach mögen muss. Sound technisch hingegen spürt man einen wesentlich größeren Reifeprozess der 24-Jährigen. Alles wirkt hier etwas durchdachter und weniger verspielt, dennoch ist „It’s Not Me, It’s You“ recht abwechslungsreich, was den verschiedenen, hier eingebrachten Musikstilen zu verdanken ist.

Eröffnet wird die Platte von „Everyone’s At It“, einer recht melodischen Pop-Nummer, die gekonnt elektronische Synthesizer-Elemente mit normalen Instrumenten wie Schlagzeug und Piano verbindet, teilweise etwas verrückt und spacig klingt, allerdings bleibt alles noch im Rahmen, sodass insgesamt ein angenehmer und lockerer Song auf den Hörer trifft. Die Single „The Fear“ sollte jeder Fan von Lily Allen unter Garantie schon kennen. Auch hier wird uns eine netter Synthie-Pop Track geboten, der vom Sound her jedoch etwas zu glatt für dieses kleine Großmaul wirkt und kaum noch was mit der Lily vom Debüt Album gemeinsam hat. Umso besser und kreativer ist da Single Nr. 2, „Not Fair“. Lily tut das, was sie am Besten kann, Männergeschichten erzählen. Wie gewohnt amüsant, was doch viel Freude beim zuhören bedeutet. Das Ganze wird begleitet von einem groovenden Country Instrumental, was man von der heutigen Chartgesellschaft nun nicht gerade all zu oft zu hören bekommt, das macht den von Haus aus eh schon tollen Song gleich noch um ein Stück besser. „I Could Say“ kommt dagegen verträumt, nachdenklicher und fast schon melancholisch um die Ecke, ist recht gefühlvoll und ruhig gestaltet, im Refrain setzt jedoch ein traumhafter melodisch Part ein, der die Emotion der Strophen transportiert und richtig steigert. Dem folgt mit „Back To The Start“ eine flotte Dance Nummer, mit dickem Beat und vielen Electro Elementen. Macht Spaß und zeugt von der Abwechslung dieser Platte.

Die nun beginnende zweite Albumhälfte beginnt richtig volkstümlich mit „Never Gonna Happen“. Claps, ein paar Glöckchen und besonders eine Ziehharmonika geben einem fast schon das Gefühl in einer Kneipe zu sitzen und dem der Sache zu lauschen, vom Tempo nicht all zu schnell, sondern genau im richtigen Takt zum Mitschunkeln und -singen. Mit so etwas dann am Ende auch noch Ernst genommen zu werden schaffen wohl nicht all zu viele, Lily Allen tut es. Ähnliches könnte man zu „Fuck You“ sagen. Vom Klang fast schon unschuldig, fröhlich und sicher ein Song, der auch Mutti gut gefällt, sofern sie über die Texte schmunzeln kann, doch das sollte bei einer sympathischen Person wie Mrs. Allen kein Problem sein, diese große Klappe sollte selbst dem spießigsten ein kleines Lächeln abgewinnen können. Im letzten Drittel von „It’s Not Me, It’s You“ bekommt man die gereifte Lily Allen besonders zu spüren. Nicht nur die Lyrics sind etwas persönlicher und nachdenklicher, auch der Style der einzelnen Lieder ist wesentlich reifer und souveräner, teilweise leider etwas zu sehr, denn man vermisst die spitze Zunge dann doch etwas, doch besser Entwicklung als Stillstand. Besonders „Chinese“ und „Him“ können im Schlussspurt noch überzeugen. Gefühlvoll, jedoch nicht langweilig, ruhiger, jedoch mit wunderbaren Melodien gespickt. Dies gilt sowohl für das eher elektronische „Chinese“, aber auch für „Him“, bei dem man auf bondenständige Instrumente, wie die gute alte Akustikgitarre, gesetzt hat. So schließt Lily’s zweites Album zwar nicht übermäßig spektakulär, aber durchaus gelungen ab.

Wer die beiden Singles mochte, der sollte mit großer Wahrscheinlichkeit auch am Rest des Albums seine Freude haben. Man sollte allerdings nicht mit den Erwartungen hinein gehen, noch einmal das gleiche wie bei „Alright, Still“ zu hören, denn dem ist definitiv nicht so. Lily ist gereift, das hört man mehr als deutlich, doch das sollte den Fan eher freuen, denn wer will schon immer das Selbe hören? Mit „It’s Not Me, It’s You“ gelingt Lily Allen ein weiterer Schritt sich im Musik Business zu behaupten, ein Schritt, den man als Liebhaber von Brit-Pop guten Gewissens mitgehen kann.

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