GroßStadtCowboys von „BBQ“

Küstler:
BBQ
Redaktions-Wertung:
Titel:
GroßStadtCowboys
Release:
16. Juli 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Es gibt ja so verschiedene Interpreten und Bands, denen ist jedes Mittel Recht, um ihre künstlerischen Ergüsse an den geneigten Hörer zu bringen. Leider bleibt dabei oftmals die Qualität der Songs auf der Strecke, weshalb sich derartige „Künstler“ hervorragend dazu eignen, das Publikum zu polarisieren. Irgendwo weit hinten in dieser Ecke muss man auch die Berliner Band „BBQ“ suchen und bereits nach der ersten Hörprobe wird man sich wünschen, lieber nicht gesucht zu haben.

BBQ besteht auch drei Berliner Freizeit-Cowboys, die es sich offensichtlich zur Lebensaufgabe gemacht haben, die vergangenen und teils auch aktuellen Schlager aus dem deutschsprachigen Raum auf ihre ganz eigene Country-Pop-Art zu interpretieren. Nun ist ja gerade die Schlagerbranche dafür bekannt, dass sich der inhaltliche Anspruch in überschaubaren Grenzen hält. Natürlich sei jedem seine spezielle Musikrichtung zugestanden, aber wer schon den Wendler oder den alternden Mallorca-König nur schwer ertragen kann, der wird einen Auftritt von BBQ nur unter Schmerzen ertragen. Da kann auch eine Flasche vom härtesten Whisky nichts ändern, denn diesen lieblos zusammengerührten Country-Verschnitt kann man sich nicht einmal schön trinken.

Rein handwerklich muss man den Jungs durchaus Respekt zollen, aber das war´s dann auch schon. Kultschlager von Rudi Carell, DJ Ötzi oder Matthias Reim werden durch die Country-Spüle gejagt, was den Titeln nicht gerade zum Vorteil gereicht. Dabei stehen Country-Sound und vor allem der „Mitgröhl-Faktor“ im Mittelpunkt der musikalischen Adaptionen. Und was nicht auf Country passt, wird mit Gewalt passend gemacht, wobei eine gewisse biergeschwängerte Atmosphäre durchaus dienlich ist.

Fazit:

Kultschlager mit Gewalt auf Country zu trimmen, nur um im Bierzelt bejubelt zu werden – Nein, Danke! Wer Schlager mag, sollte sich den Originalen zuwenden und wenn es Country sein soll, dann können Bands wie BossHoss oder Texas Lightning den Jungs von BBQ mit Leichtigkeit das künstlerische Wasser reichen. Im Wilden Westen hätten die Jungs von BBQ jedenfalls keinen Abend im Saloon überlebt. Schlager – wer es mag-okay, Country gibt’s auch aus Deutschland bessere Alternativen, aber BBQ – schade ums Geld.

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