Kritik | Foundling von “David Gray”

Küstler:
David Gray
Redaktions-Wertung:
Titel:
Foundling
Release:
13. August 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Es ist sein neuntes, eigentlich sogar zwölftes, Album und dennoch wartet der melancholische Brite David Gray hierzulande noch auf seinen großen Durchbruch. Während seine Alben im UK und sogar im stets kritischen Amerika Anklang finden und vielfach ausgezeichnet wurden, haben sich in die deutschen Gehörgänge lediglich einzelne Songs wie „This Year’s Love“ oder „The One I Love“ verirrt. Von zwölf Single-Auskopplungen waren gerade mal zwei in unseren Charts zu sehen – auf Platz 96. Irgendwie will der Funke nicht so recht überspringen und das dürfte sich auch mit „Foundling“, dem neuesten Werk, nicht ändern.

Ohrwürmer und echte Wunder sucht man hier nämlich vergebens. Nach „Draw The Line“ vom vergangenen Jahr hatte man einen melodiösen, erfrischenden David Gray im Ohr. Von dem ist auf dem neuen Album allerdings wenig zu hören. Schwerfällig und nachdenklich wie nie präsentiert sich der britische Musiker. Das Wort „Einheitsbrei“ vermag ich gar nicht in den Mund zu nehmen, aber Fakt ist, dass „Foundling“ wenig Spektakuläres liefert. Der Einstieg gelingt mit „Only The Wine“ noch ganz gut, doch dann fällt das Spannungsbarometer. Und es fällt und fällt. Das wohl größte Problem von David Gray: Keiner seiner Songs ist wirklich schlecht! Es sind tiefgründige Balladen, die er mit seiner einzigartigen Stimme belebt und die perfekt zum kommenden Herbst/Winter passen. Aber mehr eben leider nicht. Es fehlt das gewisse Etwas.

Verträumt, tieftraurig und melancholisch. So kennt man Grays Kompositionen seit über zehn Jahren. Auf Dauer ist das aber einfach zu wenig und man wünscht sich eine zweite, entspanntere Seite des Musikers. Die blitzt bei Track 8 „Holding On“ zumindest kurz durch, kann sich aber nicht halten. Bleibt noch die Hoffnung, dass die Bonus Disc mit einer Überraschung aufwartet, aber auch hier stellt sich Ernüchterung ein und CD2 beginnt so, wie CD1 aufgehört hat. Wunderschön, aber eben nicht packend genug. Da die acht Tracks Output vom bereits erwähnten „Draw The Line“-Album sind, muten sie etwas fröhlicher an und mir persönlich gefällt die Bonus Disc deshalb etwas besser. Da war aber sicher nicht das Ziel von David Gray und seinem „Findelkind“.

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