Diversity von „Gentleman“

Küstler:
Gentleman
Redaktions-Wertung:
Titel:
Diversity
Release:
9. April 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Gute Laune, wenig Überraschungen und viel Musik – so kann man das Album „Diversity“ des deutschen Reggae- und Dancehall-Pioniers Gentleman zusammenfassen. Immerhin 19 Titel ist die CD-Version stark, die Special-Edition bringt es gar auf 28 Titel. Als Verstärkung hat der Wahl-Kölner, der Jamaika als zweites Zuhause auserwählt hat, bekannte in- und ausländische Musiker dazugeholt, darunter Tanya Stephens, Christopher Martin und Patrice.

Der Name des Albums „Diversity“ weist bereits auf die Vielfalt an Einflüssen hin, die in den Songs verarbeitet wurden. Zwar prägt der traditionelle melodische Roots-Reggae, für den Gentleman bekannt wurde, den Sound der meisten Titel, des Öfteren schleichen sich jedoch moderne Elemente ein. Mit „The Reason“ beginnt das Album gleich mit einem unkonventionellen Beat mit nur sporadischer Bassdrum, unterlegt von spanisch anmutenden Gitarren. Es folgt der schöne Reggae-Song „Ina Time like Now“, dessen Gute-Laune-Melodie gleich ins Ohr geht. Mit Strandfeeling geht es weiter mit „Lonely Days“, „Fast Forward“ – mit der vielleicht besten Melodie – und „Changes“.

Einflüsse aus R&B und elektronischen Musikrichtungen lassen einige Titel aus dem bekannten Gentleman-Muster fallen. Im souligen „I Got to Go“ trifft ein Funk-Beat auf akustische Gitarren, in „It No Pretty“ hört man Hip-Hop-Beats, „Moment of Truth“ setzt auf grooviges Latino-Feeling. „The Finish Line“ glänzt mit orientalischen Anleihen und einem treibenden, nicht allzu schnellen Dancehall-Beat. „Regardless“ ist mit seinem sehr langsamen Beat, der auf schnelle Ragga-Toastings trifft, sicherlich einer der musikalisch interessantesten Songs des Albums, und bei den synthesizerlastigen Tracks „No Time to Play“, „Hold On Strong“ mit seinem Afro-Elektro-Beat und besonders dem flotten und tanzbaren „To the Top“ lassen sich gar Anleihen aus Trance und Techno erkennen.

Nach dem tanzbaren Ragga-Track „Tempolution“ klingt das Album langsam mit ruhigem Pop („Another Melody“, ganz ohne Beat) und eingängigem Roots-Reggae mit Songs wie „Help“, „Along the Way“, „Good Old Days“, das tatsächlich aus den Siebzigern zu stammen scheint, und dem eingängigen und tanzbaren „Everlasting Love“ aus. Insgesamt trotz der angedeuteten stilistischen Vielfalt ein Werk, wie man es von Gentleman erwartet: viel Reggae, eine Prise Soul und eine Menge gute Laune. Ein solider Soundtrack für den Sommer.

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