Dark Hope von „Renée Fleming“

Küstler:
Renée Fleming
Redaktions-Wertung:
Titel:
Dark Hope
Release:
21. Mai 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Da staunte selbst ihre Tochter: Renée Fleming hat jedoch nicht nur die, sondern die gesamte Musikwelt überrascht mit ihrem radikalen Genrewechsel. Die Schöne, die aus Amerika stammt, aber auch in Deutschland studierte, zählt zu den besten Sängerinnen der Erde, unbestritten – und doch steht sie nun auf den Bühnen und präsentiert eine CD mit populärer Musik: „Dark hope“. Renée Fleming, am Valentinstag 1959 geboren, singt da zum Beispiel Songs von Leonard Cohen – und kaum ist ihr der Wandel von der Operndiva zur Popsängerin gelungen, hat sich auch ihr künstlerisches Ausdrucksmittel verändert: Ihre Stimme tiriliert nicht mehr in den Höhen des schönsten, anspruchsvollsten Soprans, sondern sie wird rauchig und rockig, und wenn sie Cohens „Hallelujah“ singt, überkommt ihre Zuhörer nicht selten eine Gänsehaut.

Auf ihrem „Abstecher in eine Parallelwelt“, als was Renée Fleming ihre unglaubliche Verwandlung bezeichnet, auf der CD „Dark hope“ – schon der Titel beschreibt die auffallend tiefere Stimmlage – interpretiert die überaus attraktive Sängerin jedoch nicht nur Lieder von Leonard Cohen, sondern ebenso von Arcade Fire, Band of Horses, Death Cap For Cutie, The Mars Volta, Muse, Duffy und von Jefferson Airplane.

„Jeder dieser Songs erzählt eine Geschichte“, kommentiert Renée Fleming die neue Musikrichtung und vergleicht das durchaus mit dem bis dato gewohnten klassischen Repertoire. Ihrer Familie – und den beiden Töchtern Amelia und Sage; von deren Vater, einem Schauspieler, ist sie geschieden – scheint die plötzlich so populär singende Mutter ausgesprochen gut zu gefallen, erzählt die attraktive Vielseitige.

Die Musikwelt muss sich also wundern, wie eine so etablierte Künstlerin, die viele Jahre lang auf den Bühnen der Welt von Covent Garden bis Salzburg mit Wagner und Strauss, Verdi und Rossini höchste Lobeshymnen einsammeln konnte, im Juni 2010 plötzlich mit einem Programm daherkommt, zu dem ihr Publikum womöglich erst mühsam seinen Zugang suchen muss. Sie, die bei der feierlichen Inauguration von Barack Obama am Lincoln Memorial mit dem Klassiker „You´ll never walk alone“ von Rodgers und Hammerstein Millionen Menschen bewegte, begab sich mutig auf den anderen Weg. Und siehe da: Es funktioniert.

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