Catching A Tiger von “Lissie”

Küstler:
Lissie
Redaktions-Wertung:
Titel:
Catching A Tiger
Release:
6. August 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Sommersprossen, wilde Mähne und dann diese Stimme. Lissie, wo bist du verdammt noch mal mein ganzes Leben gewesen? Das war die große Frage, die ich mir gestellt habe, als ich das Album „Catching A Tiger“ zum ersten Mal gehört habe. Wundervoll, perfekt, ansteckend. Schon die Single „When I’m Alone“ hat in mir das Lissie-Fieber ausgelöst. Nachdem ich das Debütalbum jetzt kenne, ist es ganz um mich geschehen und ich oute mich als Fan der unscheinbar wirkenden Country-Blondine mit dem Gitarrenkoffer voll Talent.

Eigentlich muss man das Album gar nicht in seine einzelnen Bestandteile zerlegen, es ist ein Gesamtkunstwerk. Zum Träumen, zum Nachdenken und zum Genießen. Dennoch will ich die akustischen Perlen nicht unerwähnt lassen und starte direkt mit dem Opener „Record Collector“. Die Nummer ist ruhig, entwickelt nach einer Weile aber eine enorme Power und bringt die markante Stimme von Lissie perfekt zum Vorschein. Es folgt die erste Single-Auskopplung „When I’m Alone“. Bei mir läuft der Song seit Wochen in Dauerschleife und wer ihn bis jetzt noch nicht für sich entdeckt hat, wird das ganz sicher noch tun. Perfekt zum Chillen in der Sonne oder bei einer Fahrt ins Blaue. Song Nr. 3 ist „In Sleep“. Hier lauert ein ganz, ganz böser Ohrwurm. Der Refrain geht einem stundenlang nicht mehr aus dem Kopf und macht den Track für mich zum Zweitstärksten auf dem Album.

Mit „Bully“ wird es dann wieder ruhiger. Der Song ist fast schon eine Hymne, dabei aber keinesfalls schwerfällig. Er könnte 20 Minuten dauern und man würde trotzdem keine Sekunde verpassen wollen. Ebenso bei „Little Lovin’“, einer lockeren, fluffigen Country-Nummer zum Mitwippen. Man möchte fast die Mundharmonika auspacken und einsteigen. „Stranger“ auf Platz 6 wirkt dagegen ein ganzes Stück opulenter und fackelt auch nicht lang: der Rhythmus packt einen sofort, der Text ist unterhaltsam. Überhaupt singt Lissie fast ausschließlich über das Thema Liebe. Dabei wirkt sie eher wie das „Girl next door“, mit dem man Pferde stehlen und stundenlang reden kann. Kann man auch. Über viel mehr, als man anfangs denkt. „Loosen The Knot“ ist ein weiterer Beweis dafür und „Cuckoo“ dann eine richtige Gute-Laune-Nummer, die fast schon zum lauten Aufdrehen verpflichtet.

Dann folgt „Everywhere I Go“, für mich einer der berührendsten Tracks auf dem Album. Hier zeigt Lissie alle Facetten ihrer Stimme und die gehen direkt unter die Haut. Im Internet kursiert eine Version des Songs, in der auch Stimmwunder Ellie Goulding mit von der Partie ist. Unbedingt anhören! Es ist schade, dass es dieses einmalige Duett nicht mit auf die Platte geschafft hat, denn die beiden Shootingstars harmonieren hervorragend. Weiter geht es anschließend mit „Worried About“ und „Look Away“, zwei seichten Nummern, die perfekt zum Abschluss des Albums überleiten. „Oh Mississippi“ ist eine Liebeserklärung an den „großen Fluss“ und neben „Everywhere I Go“ die zweite soundgewaltige Ballade auf dem Album.

Für mich ist „Catching A Tiger“ schon JETZT das Album des Jahres. Perfekt für Liebhaber von Blues, Folk und Country und alle, die gute Musik fernab des Mainstreams zu schätzen wissen.

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